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Frei Reichsstadt Strassburg

Strassburg (auch Argentoratum, Argentoratus, Argentina, Strateburgum) kam 870 mit dem Elsass an Ludwig den Deutschen, und verblieb bis 1681 im Heiligen Römischen Reich. "Die Stadt Strassburg hatte unter den Reichsstädten den ersten Rang, und ihr Panier erschien in allen Zügen nächst dem kaiserlichen Adler. Auf öffentlichen Denkmälern und Münzen nannte sie sich immer 'res publica', nie 'civit. imp.', huldigte niemals dem Kaiser, auch dann nicht, wenn er sich in ihren Mauern befand. Auf ihren Münzen erscheint niemals der kaiserliche Adler" [Berstett]. Auch Heilige fehlen auf Strassburger Münzen. So gab es keinerlei Alternative zur Stadtlilie, die neben dem Stadtwappen ein starkes zusätzliches Erkennungszeichen der Stadt auf ihren Münzen wurde.
Die Stadt erkämpfte sich 1292 ihre Unabhängigkeit von Bischof und wurde Reichsstadt. Sie übernahm die Münzprägung in immer wieder erneuerten Pachtverträgen und beendete damit die Verrufungen mit der Ausgabe "ewiger Pfennige", bis Ks. Maximilian ihr 1508 das eigene Münzrecht verlieh.

Wappen: ein roter Schrägbalken im silbernen Feld.



Liste   nach Engel / Lehr
(Katalogliste mit Verweisen auf einzelne Münzen dieser Seite)

E/L-Umschriften
Die sehr knappen Münzbeschreibungen von Engel/Lehr bereitet allgemein Schwierigkeiten bei der Münzbestimmung.

Die Straßburger Münzen tragen keine Jahreszahlen.
Einzige Ausnahmen sind ein Taler von 1617 und die Notklippen von 1592.
Erst ab 1682, also unter Frankreich, wurden Jahreszahlen auf Münzen gängig.



Engelpfennig

 
Einseitiger Engelpfennig, 14. Jh.     Ø 15 mm, 0,43 g.   EL 315; Slg.Voltz 633.
Im Perlenkreis: Engel schreitet mit Kreuz vor sich nach links.
Stücke, bei denen das Kreuz wie ein Flügel aussieht, wurden auch Adlerpfennige genannt.
Der breite Rand und die Tellerform hatten sich schon in der bischöflichen Zeit entwickelt, neu für die städtische Prägung ab 1296 war der kräftige Perlkreis.

Lilienpfennig


Einseitiger Lilienpfennig, um 1400.     Ø 15 mm, 0,41 g.   EL 318; Slg. Voltz 631.
Lilie zwischen 4 Kugeln im Kreis von 23 Perlen. Die oberen zwei Kugel (Staubgefässe) mit Stiel.
Die Lilie war das Symbol der Virgo Maria, der Patronin des Münsters und der Stadt. [M.Blaschegg]


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø ? mm, 0,45 g.   EL 320 vgl.
Kreuz über stilisierter Lilie im Perlkreis.
Bei EL 320 (pl.32,10) besteht das Kreuz aus vier Punkten.
J. Cahn berichtet von einem Strassburger Ratsbeschluss aus dem Jahr 1393, nach welchem
der breite Rand wegfallen und der Perlkreis an den Rand der Pfennige kommen soll,
weil der Rand trotz aller Verbote häufig beschnitten wurde.


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø 16? mm, 0,32 g.   EL 322.
Lilie über gotisches "a" im Perlkreis.


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø ? mm, 0,26 g.   EL 323.
Lilie über "B" im Perlkreis.
Das B wird allgemein als Baden oder für Markgraf Bernhard von Baden gedeutet.


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø 16? mm, 0,28 g.   EL 324.
Lilie über gotischen "E" im Perlkreis.
Die Deutung dieses Pfennigs gilt als unsicher. Buchenau denkt an Eberhard III. von Württemberg 1392-1417, vielleicht an Esslingen unter dessen Vogtei.


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø ? mm, 0,34 g.   EL 331.
Lilie über senkrecht stehendem Stadtschild im Perlkreis.
Auch als badischer Beischlag um 1400 zum Straßburger Lilienpfennig. Die Wappen von Strassburg und Baden, beide mit einem roten Schrägbalken, unterscheiden sich nur in ihrer Grundfarbe Silber oder Gold.


Einseitiger Lilienpfennig, 17. Jh.     Ø 15 mm, 0,22 g.   EL 332.
Lilie über Kreuz, 2 Kugeln und nach links geneigtes Wappen, umher Perlenkreis.


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø 14 mm, 0,45 g.   EL 336.
Lilie mit Kreuzstil im Perlkreis, unten zwischen 2 Punkten.


Hohlpfennig o. J. (16. Jh.).     Ø 17 mm, 0,37 g.   EL 339.
Lilie von Balken abgeschnitten, darunter schräggestelltes Stadtwappen zwischen zwei Punkten.


Einseitiger Lilienpfennig.     Ø 14 mm, 0,24 g.   EL 340; Slg.Voltz 638.
Lilie (wie Dreiblatt) unten abgeschnitten, darunter ·H·. [H für Heller ?].
Diese Stücke wurden 1419, 1435 und noch 1660 geprägt (Berstett 194).

Vierer


Vierer o. J. (ca. 1397).     Ø 18 mm, ca.1,2 g.   EL 350; Slg.Voltz 606.
Vs.:   +GLORIA In EXᗭᗺLSis DeO   -   Lilie in doppellinigen Vierpaß im Perlenkreis.
Rs.:   MOn - ᗺTA - ARG - ᗺnTea   -   schlichtes Langkreuz.


Vierer o. J.     Ø 20 mm, ca.1,4 g.   EL 352var.
Vs.:   +GLORIA IN EXCELSIS DEO   -   Lilie im Vierpaß.
Rs.:   AR - GEN - TORA - TVM   -   Langkreuz.

2 Kreuzer


2 Kreuzer o.J. (1623-40, Vierer).     Ø 19 mm, ca.0,9 g.   EL 355.
Vs.   ⁕GLORIA·IN·EXCELSIS·DEO.  -   Lilie zwischen zwei Punkten.
Rs.  ⁕MONETA∗ARGENTOR   -   ·II· / KREUTZ / ER


2 Kreuzer o.J. mit Gegenstempeln.     Ø 19 mm, 0,78 g.   EL 357; Slg.Voltz 614.
Das 2 Kreuzerstück EL 355, hier zweiseitig gegengestempelt mit Fußkreuz & Stadtwappen.


2 Kreuzer o.J. (Vierer).     Ø 20 mm, 1,04 g.   EL 358; Slg.Voltz 616.
Vs.:   MON·NOV·ARGENTINENSIS✱   -   Stadtwappen, darüber Wertangabe .2 K.
Rs.:   GLORIA·IN·EXCELSIS·DEO (Mz. Blume)  -   Lilie.

Halbgroschen / Semissis


Halbgroschen o. J. (3 Kreuzer).     Ø 23 mm, 1,88 g.   EL 360.
Vs.   +MOnᗺTA∗ARGᗺNTInᗺNSI  -   Lilienkreuz im verzierten Vierpass.
Rs.  +GLORIA∗In∗ᗺXᗭᗺLSIS∗DᗺO   -   Lilie im verzierten Vierpass.


Semissis o. J. (Halbgroschen).     Ø 23 mm.   EL 365 var; Slg.Voltz - .
Vs.   ✿SEMISSIS·ARGENTINENSIS  -   Lilienkreuz im verzierten Vierpass.
Rs.  +GLORIA IN·EXCELSIS DEO   -   Lilienkreuz im verzierten Vierpass (ohne Stadtwappen).


Semissis o. J. (1/2 Groschen).     Ø 23 mm, ca.1,9 g.   EL 376var.
Vs.   ✱SEMISSIS·ARGENTINENSIS  -   Lilienkreuz im verzierten Vierpass.
Rs.  ✠GLORIA·IN·EXCELSIS·DEO   -   Lilienkreuz im verzierten Vierpass (ohne Stadtwappen).


Semissis o. J. (16.-17.Jh., 1/2 Groschen).     Ø 23 mm, 1,93 g.   EL 377var.
Vs.   SEMISSIS✱ARGENTINENSIS (Mz.)  -   Lilienkreuz im verzierten Vierpass.
Rs.  ✱GLORIA·IN:EXCELSIS:DEO   -   Stadtwappen auf Lilienkreuz im verzierten Vierpass.


Semissis o. J. (1/2 Groschen zu 3 Kreuzer).     Ø 23 mm.   EL 380.
Vs.:   SEMISSIS✴ARGENTINENSIS (Mz. 2 Blume)   -   Lilie im Vierpass.
Rs.:   GLORIA·IN·EXCELSIS·DEO:✶   "Ehre sei Gott in der Höhe"
Lilienkreuz im Vierpass, in der Mitte das Stadtwappen.

Groschen / Assis


Groschen (6 Kreuzer) o. J. (ab 1397).     Ø 25 mm, 3,17 g.   EL 384.
Vs.:   +GROSSVS⚜ARGᗺnTInᗺnSIS   -   Stilisierte Lilie im Achtpass.
Rs.:   +GLORIA✴In✴ᗺXᗭᗺLSis✴DeO✴ᗺT✴In / ◦TerRA◦ - ◦PAX◦ - ◦hOminI◦ - ◦BVS
"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden"   -   Kreuz.


Assis o. J. (Groschen, 12 Pfennig).     Ø 24 mm, ca.3,2 g.   EL 388, Pl.33,2.
Vs.:   ⚜ASSIS·REIP·ARGENTORATENSIS   (⚜=Lilie)   -   Lilien im verzierten Vierpaß.
Rs.:   ✠GLORIA⁕IN⁕EXCELSIS⁕DEO / ET·IN - TER - RA∗ - PAX
Fußkreuz, das die innere Legende teilt.
E/L lesen: ⚛ASSIS·REIP·ARGENTORATENSIS  //  GLORIA⚛IN⚛EXCELSIS⚛DEO / ET IN - TER - RA⚛ - PAX


Assis o. J. (Groschen, 12 Pfennig).     Ø 24 mm, ca.2,2 g.   EL 389var.
Vs.:   ⚜ASSIS∗REIP∗ARGENTORATENSIS   -   Lilie im Vierpass.
Rs.:   ✿GLORIA∗IN∗EXCELSIS∗DEO / ET IN - TER - RA - PAX
"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede den Menschen auf Erden"   -   Kreuz.


Assis o. J. (Groschen zu 12 Pfennig).     Ø 25 mm.   EL zu 392.
Vs.:   ⚙ASSIS·REIP·ARGENTORATENSIS   -   Lilie (gebündeltes Dreiblatt) in verziertem Vierpass.
Rs.:  ⚙GLORIA⚙IN⚙EXCELSIS⚙DEO   innen: ET·IN - TER - RA⚙ PAX   "... und Frieden auf Erden"
Fußkreuz im inneren Schriftkreis.

Kreuzer


Kreuzer o. J. (nach 1480).     Ø 18 mm, ca.0,7 g.   EL 398var oder 401var.
+MOnᗺTA ARGᗺnT  -  Lilie.   //   +GLA In ᗺXᗭᗺL DO  -  Lilie.


Kreuzer o. J. (14.-15.Jh.).     Ø 18 mm, ca.0,7 g.   EL 401.
+MOnᗺTA ARGᗺnT  -  Lilie.   //   +GLA In ᗺXᗭᗺLS DO  -  Lilie.


Kreuzer o. J. (um 1620).     Ø 18 mm, ca.0,7 g.   EL 403.
+ARGENTINA  -  Lilie.   //   +DEO GLORIA  -  Lilie.


1 Kreuzer o. J. (15.-16.Jh.).     Ø 18 mm, 0,65 g.   EL 404.
⚜∗ARGENTINA∗  -  Lilie.   //   ⚜DEO∗GLORIA∗  -  Lilie.

Die Seite, welche den deutlicheren Hinweis auf ihren Herausgeber gibt, wird als die Vorderseite erachtet.

Goldgulden

Die frühen Goldgulden tragen VIRGO in der Vs.-Umschrift, ab 1529 aber CHRISTE statt VIRGO.
Im Münzprivilegium Ks. Maximilians vom 20. Januar 1508 wurde bestimmt, dass die Goldgulden nach dem Schrot und Korn der rheinischen Churfürsten geschlagen werden sollten, d. h. 18½ Karat fein, und wovon 107 Stück 1½ Mark fein Gold enthielten. Auf Bitte der Stadt wurde ihn ferner bewilligt, das Bild der Maria mit dem Jesuskinde auf dem Schoss, und der Umschrift: VRBEM VIRGO TVAM SERVA, auf solchen zu führen. Nach der angenommenen neuen Lehre war auf den Goldgulden diese Inschrift dahin abgeändert, dass das Wort VIRGO ausgelassen, und dafür CHRISTE eingeschaltet wurde. [Berstett]

Goldgulden mit VIRGO in der Umschrift


Goldgulden o.J. (1508-1529).     Ø 22 mm, 3,27 g.   EL 414 (NV statt NVO); Friedb.-.
Vs.:   +AVREVS·VRBIS·ARGEИTIИE·ИVO   "goldene Münze der Stadt Strassburg"
Reichsapfel im doppelt gezeichneten Dreipass.

Rs.:  VRB - EM·VIRGO - TVAM·SE - RVA   "Jungfrau, behüte deine Stadt"  -  gekrö. u. nimbierte
Maria mit Kind, ausgestreckte Arme reichen in die Umschrift, darunter des Stadtwappen.
Wegen der Reformation wurde auf späteren Goldgulden VIRGO durch CHRISTE ersetzt, siehe unten.


Goldgulden o.J. (1508-1529 oder 1621).     Ø 22 mm, 3,25 g.   EL 417var.
Vs.:   +AVREVS∗VRBIS∗ARGENTINE◦NVMMVS   -   Reichsapfel im Sechspaß.
Rs.:   VRB - EM∗VIRGO - TUAM∗SE - RVA
Maria mit Jesus wie vor, darunter das Stadtwappen im spanischen Schild wie vor.
Im Jahr 1601, als die Stadt 12.000 in Schwaben geliehene Gulden erstatten musste, wurde befürchtet, dass die neueren Goldgulden mit der Legende CHRISTE (siehe nachfolgend) zu Beschwerden führen könnten, weil sie nicht dem kaiserlichen Privileg von 1508 entsprachen. Der Magistrat ließ daraufhin Goldgulden prägen, die VIRGO in der Legende tragen. [Poinsignon, ma-shops.de]

Goldgulden mit CHRISTE statt VIRGO in der Umschrift


Goldgulden o.J. (1529-1601)     Ø 22 mm, 3,18 g.   EL -, aber Tf.33,6; Friedb.-.
Vs.:  ⚛AURᗺUS:URBIS:ARGᗺnTInᗺ·nUᙏUS  -  Reichsapfel im Fünfpaß, innwärts berichteten Lilien.
Rs.:   URB - ᗺᙏ:ᗭHRISTᗺ - TUAᙏ:SᗺR - UA   (mit CHRISTE statt VIRGO)
Maria mit Jesus wie vor, Jesus den Globus haltend, unten das Stadtwappen im spanischen Schild wie vor.
Wegen der reformatorisch umgestalteten Umschrift mit Christus der Heilsbringer, ist diese Münze nach 1529 entstanden, als die Stadt evangelisch wurde. Trotzdem erscheint Maria weiterhin mit Schein und Krone. Ungeklärt ist, weshalb hier ein Rückgriff auf die gotische Schrift erfolgte. [Ku-271, S.178]

EL 418:   ⁕AVREVS:VRBIS:ARGENTINE:NVMVS  //  VRB - EM:CHRISTE - TVAM:SER - VA


Goldgulden o.J.     Ø 23 mm, 3,15 g.   EL 419 (neu bestimmt); Friedb.-.
Vs.:   +AVREVS VRBIS ARGENTINE NVMVS   "goldene Münze der Stadt Strassburg"
Reichsapfel im dreifach gezeichneten Sechspaß.

Rs.:  VRB - EM·CHRISTE - TVAM SER - VA   "Christus, behüte deine Stadt"  -  gekrönte und nimbierte Maria mit Kind, ausgestreckte Arme reichen in die Umschrift, unten das Stadtwappen.

EL 420:   AVR:VRBIS:ARGENTOR:NVM ⚛   //   VR - BEM CHRI - STE·TVAMS - ERVA
EL 421:   AVREVS·VRBIS:ARGENTINAE·NVMMVS   //   VRBEM·CHRISTE - TVAM+SERVA
EL 423:   AVREVS·VRBIS·ARGENTINÆ·NVMMVS ⚛   //   VRBEM·CHRIS - TE·TVAM·SERVA
EL 424:   AVREVS·VRBIS·ARGENTINAE·NVMMVS:   //   VRBEM·CHRISTE· - ·TVAM·SERVA
EL 426:   AVREVS∗VRBIS∗ARGENTINÆ∗NVMMVS∗   //   VRBEM·CHRISTE - TVAM·SERVA ⚛


Goldgulden o. J. (Anfang 17. Jh.).     Ø 23 mm, 3,16 g.   EL ?/423(Rs.); Friedb.234.
Vs.:   AVREVS✴VRBIS✴ARGENTINÆ✴NVMMVS (Mz. 4 Zainhaken)
Kreuzglobus in mehrreihigem reich geschmückten Sechspass.

Rs.:  VRBEM✴CHRIS - TE✴TVAM·SERVA   "Christus, behüte deine Stadt"
Maria mit Kind, ausgestreckte Arme reichen nicht in die Umschrift, unten das Stadtwappen.


Goldgulden o. J. (um 1600-25).     Ø 23 mm, 3,16 g.   EL 424 oder 425; Friedb.234.
AVREVS·VRBIS·ARGENTINAE·NVMMVS   //   VRBEM·CHRISTE· - ·TVAM·SERVA:
In den Bögen des Sechspaßes je ein Kopf.

Taler und seine Teile


Taler o. J. (um 1550).     Ø 42 mm, 25,8 g.   EL 427; Dav.9890.
Vs.:   ★NVM:REIP: - ARGENTO - RATENSIS
Wapen von zwei abgewendeten Löwen gehalten, darüber kleine Lilie.
Rs.:  ✿SOLIVS·VIRTVTIS·FLOS·PERPETVVS   "Von Tugend allein ist die ewige Blume"  -  Stadtlilie.
Zwischen den drei 'Blättern' der Blume sind zwei Staubfäden (Blütenstände) angeordnet.


Taler o. J. (16.Jh.).     Ø 41 mm.   EL 430; Dav.9894.
✱NVMVS∗REIP∗ - ARGEN - TORATENSIS  //  ✱SOLIVS∗VIRTVTIS∗FLOS∗PERPETVVS


Taler o. J. (um 1550).     Ø 41 mm.   EL 431; Dav.9894.
Vs.:   ★NVMVS:RE - IP: ARGEN - TORATENS (Mz.)
Wapen gehalten von zwei nach vorne blickenden Löwen mit gewickelten Schwänzen, darüber eine Lilie.

Rs.:  ✿SOLIVS·VITRVTIS·FLOS·PERPETVVS   "Von Tugend allein ist die ewige Blume"  -  Stadtlilie.

EL 433 (Taler) :   ⚛NVMVS·REIP:ARGENTORATENSIS   //   ✱SOLIVS VIRTVTIS FLOS PERPETVVS
EL 434 (1/2 Taler) :   ⚛INSIG:REIP:ARGENTORATENSIS   //   ⚛GLORIA·IN·ALTISSIMIS·DEO:
EL 436 (1/2 Taler) :   ✼INSIG:REIP:ARGENTORATENSIS   //   ⚛GLORIA·IN·ALTISSIMIS·DEO·


Taler 1617.     Ø 41 mm.   EL 438; Dav.5844.
Vs.:   NVMMVS✱REIP✱ARGEN - TORATENSIS: (Mz. 4 Zainhaken)
Zwei nach vorn blickende Löwen halten das Stadtwappen und die Lilie, diese zwischen der Jz. 16 -17.

Rs.:   SOLIVS✱VIRTVTIS✱FLOS✱PERPETVVS:✱   -  Lilie.
Neben den Notklippen von 1592 ist diese ist die einzige Straßburger Münze mit Jahreszahl,
die vor 1682 ausgegeben wurde, als die französische Zeit begann.


Taler o. J. (1.Hälfte 17.Jh.).     Ø 45 mm, 52,44g.   EL 439; Voltz 559; Dav.5842.
Vs.:   NVMMVS✴REIP✴ARGENTORATENSIS⁑ (Mz. 4 Zainhaken)
Zwei nach vorn blickende Löwen halten gemeinsam den Stadtschild und darüber eine Lilie.

Rs.:   ✤SOLIVS✴VITRVTIS✴FLOS✴PERPETVVS:
Stadtlilie: zwei Blütenstände zwischen drei Blättern, gefasst von einem Ring mit Lilien.

"Die Stadtlilie, die sich schon im 13. Jahrhundert auf strassburger Monumenten findet, unterscheidet sich von den königlich französischen dadurch, dass die der Stadt eine aufgesprungene (épanoui), die andere aber geschlossen ist." [Berstett]
Vergleiche die Lilien auf den frühesten Münzen von Florenz (um 1252) und Frankreich (1296):
• Rep. Florenz :  Fiorino d'argento vecchio Ø 19 mm   und   Fiorino d'oro Ø 20 mm.
• Frankreich, Philippe IV, le Bel, 1285-1314 :  Masse d'or, 1. Emission Ø 30 mm.


1/2 Taler o. J. (17. Jh.).     Ø 35 mm, ca.14 g.   EL 444.
Vs.:   INSIG·REIP·ARGENTORATENSIS:   -   Stadtschild mit Löwen, darüber Lilie.
Rs.:   ✼GLORIA∗IN∗ALTISSIMIS∗DEO:  "Ehre dem höchsten Gott"
Stadtlilie mit zwei offene Blütenstände.


1/4 Taler o. J. (17. Jh.).     Ø 29 mm, 6,95 g.   EL 446.
Vs.:   INSIG·REIP·ARGENTORATENSIS   -   Stadtschild mit Löwen, darüber Lilie.
Rs.:   ✼GLORIA∗IN∗ALTISSIMIS∗DEO:  "Ehre dem höchsten Gott"
Stadtlilie mit zwei offene Blütenstände.

Talerklippen


Einseitige Talerklippe zu 80 Kreuzer 1592.     ca.32x32 mm, 28,62 g.   EL 448.
Anlässlich der Belagerung der Stadt durch Herzog Karl von Lothringen.
Drei Wappen zwischen der Jz. 15 - 9Z und der Wertzahl 80: 1) Johann Georg von Brandenburg (Administrator des Bistums Straßburg 1592-1616), 2) Domkapitel Straßburg und 3) Stadt Strassburg.


Einseitige 1/4 Talerklippe zu 20 Kreuzer 1592.     ca.23x23 mm, 6,92 g.   EL 450.
Anlässlich der Belagerung der Stadt durch Herzog Karl von Lothringen, ähnlich wie vor.
1583 griffen die Kölner Unruhen auf das Straßburger Kapitel über, da acht Kölner Domherren auch in Straßburg Sitz und Stimme hatten: die kath. Domherren schlossen die sieben ev. Domherren aus. Mit Hilfe der Stadt Straßburg, bemächtigten sich die ev. Domherren des Sitzes der domkapitularischen Finanzverwaltung. Als der amtierende Bischof 1592 starb und beide Parteien ihren Kandidaten zum Nachfolger wählten, wurde der 'Straßburger Kapitelstreit' gewalttätig. Die Stadt wurde belagert, erreichte aber im Februar 1593 einen Waffenstillstand. Ks. Rudolph II. setzte 1599 Kardinal Karl von Lothringen als Fürstbischof von Straßburg ein. Die protestantische Partei wurde 1604 entschädigt.  -  Siehe auch U.Kampmann in MünzenWoche


Weiter zu   Strassburg, Teil 2  oder zu   Strassburg, Teil 3

Lit.:
• Engel, A. / Lehr, E. [EL]:  Numismatique de l'Alsace, S.145f & 184-232. Paris 1887.
• Mey, J. de :  Les monnaies de Strasbourg, Textabb., Brüssel 1976.
• Berstett, A.v.: Versuch einer Münzgeschichte des Elsasses, S.64-74. Freiburg i.Br.1840 - daraus Auszug
• Sammlung Theodor Voltz: Elsässische Münzen und Medaillen, M&M, Basel: Auktion 82 (3.1996) 833 Lose
• Cahn, Julius :  Münz- und Geldgeschichte der Stadt Strassburg im Mittelalter, Strassburg 1895.
• Blaschegg, Max :  Strassburger Lilienpfennige in SNR 90 (2011) 141-158
• Kampmann, Ursula :  Die Belagerung von Straßburg in MünzenWoche

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