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Stadt Hannover

Hannover entstand am hohen Ufer (Honovere = "Hohes Ufer") der Leine und wurde erstmals 1150 als "vicus Hanovere" erwähnt. Der welfische Teilungsvertrag von 1495 brachte die Stadt in das Herrschaftsgebiet der Calenberger. 1636 wurde Hannover befestigte Residenzstadt.
Bis 1332 gab es landesherrliche Münzprägungen, dann prägten die Stände und 1438-1674 prägte die Stadt alleine, wenn auch mit Unterbrechungen.

Wappen: Mauer mit zwei Zinnentürmen, im offenen Tor befindet sich unter Fallgatter ein "Kleeblatt" genanntes Dreiblatt (oder goldenes Schildchen mit einer grünen Marienblume), zwischen den Türmen steht ein Löwe.

Liste   nach Buck / Meier
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Buck/Meier 217 a = Variante a von Nr.217.   //   Nummer Buck/Meier 217a = Nr.217a.


Hohlpfennig o. J. (1322-37)     Ø 19,5 mm, 0,48 g.   Buck/Meier S.120 Typ II, 27.
Ring mit Kugel zwischen Hörner über Helm.


Hohlpfennig o. J. (1322-1437).     Ø 19 mm, 0,27 g.   Buck/Meier Typ IV, 35.
Kleeblatt zwischen Hörner als Helmzier über drei Kugeln als Helm.


Hohlpfennig o. J. (ab 1322).     Ø 19 mm, 0,52 g.   Buck/Meier Typ V, 53.
Helm mit Pfauenspiegel, dazwischen der Buchstabe S.


Witten o. J. (1408).     Ø 19 mm, 1,15 g.   Buck/Meier 81.
Vs.:   (Dreiblatt)ИOnᗺTA - hOnOVᗺRᗺ
Helm mit Krone aus drei gestielten Dreiblättern, umher zwei Hörner, je mit sechs Pfauenspiegeln besetzt.
Rs.:   +SIT⁑LAVS⁑DᗺO PATRI   -   wie Vs.
Es sollten 196 Stück aus der 12lötigen gemischten Mark ausgebracht werden,
also Rauhgewicht des Stückes 1,19 g, Silbergehalt 0,90 g.


Schwarzer Hohlpfennig o. J. (ab 1438).     Ø 14 mm, 0,32 g.   Buck/Meier 83.
Dreiblättrige Blume im Strahlenrand (24 Strahlen). Blätter herzförmig (nicht spitzförmig).
Damit beginnt die eigenständige Münzprägung der Stadt Hannover. Im Ratsprotokollbuch von 1438 ist eingetragen die Anordnung zur Prägung neuer Pfennige und die Bestellung von Heinrich Berner als Münzmeister.


Groschen (Schilling) 1482.     Ø 25 mm, 1,83 g.   Buck/Meier 84; Levinson I-180.
Vs.:   ИOnᗺTA◦nOVA◦hOnOVᗺRᗺNᗭIS+  -  Stadtmauer mit zwei Türmen, zwischen ihnen
der Löwe nach links schreitend. Im Tor halbaufgezogenes Fallgatter.

Rs.:   Bᗺne'DIᗭTA◦SIT◦SAnᗭTA◦TRINIT'as+   "Gelobt sei die Heilige Dreifaltigkeit"
befußtes Kreuz, daraufgelegt Schild mit "Kleeblatt", die Jz. in den Winkeln des Kreuzes 1= ጸ = 8= Z
Hier erscheinen erstmals auf einer Münze die beiden Elemente des Stadtwappens, das bewehrte Tor auf der Vorderseite und das Kleeblatt auf der Rückseite der Münze. Frühe Siegel des Stadt zeigen die Mauer mit offenem Tor und den Löwen zwischen den Türmen, aber noch ohne Kleeblatt. Das Secretsiegel der Stadt aus dem Jahr 1534 übernimmt erstmals das Kleeblatt in das Stadtwappen.


Hohlpfennig (Blaffert) o. J. (1482).     Ø 19 mm, 0,36 g.   Buck/Meier 85.
Stadtmauer mit Zinnen und einem Torbogen mit herabgelassenem Fallgitter, seitlich zwei Türme, dazwischen ein Löwe.


Hohlpfennig o. J. (ab 1482).     Ø 19 mm, 0,23 g.   Buck/Meier 86.
Dreiblättrige Blume im Strahlenrand. Blattnerv betont.

Münzmeister Dietrich Prall, 1501-12 :   ohne Münzmeisterzeichen

Der Hildesheimer Münzvertrag vom 1501 sah für mehrere niedersächsische Städte die Prägung von Annengroschen zu 24 Pf., Christophgroschen (12 Pf.) und Kreuzgroschen (8 Pf.) vor.
Hannover prägte nach diesem Vertrag Annengroschen (1501) und Kreuzgroschen (1501, 1505).


Annengroschen 1501.     Ø 27 mm, 2,75 g.   Buck/Meier 87.
Vs.:   MOnᗺ - nOVA - hOnO - VᗺR'S'  -  Wappen auf befußtem Langkreuz mit Jz. 0 -1.
Blätter spitzförmig (nicht herzförmig).

Rs.:   AnA⚬MAT- V'GIS⚬MARIᗺ   "Anna, Mutter der Jungfrau Maria"
Anna Selbdritt: Hl. Anna mit zwei Kindern (Maria und Christus) auf den Armen, alle mit Scheinen.


Hohlpfennig o. J. (1501).     Ø 15 mm, 0,27 g.   Buck/Meier 90 b.
Die Blätter sind nicht mehr herzförmig, sondern spitz zulaufend.
Von diesen Pfennigen sollten 846 Stück aus der 4½ Lot Fein haltenden rauhen Mark geschlagen werden, also Rauhgewicht des Stücks 0,276 g, Feingewicht 0,077 g.


Kreuzgroschen 1505.     Ø 24 mm, 1,66 g.   Buck/Meier 91.
Vs.:   MOn⦂nOV⦂HAnOVᗺRS⦂I707✠   -   Wappen mit Dreiblatt zwischen drei Ringeln.
Rs.:  SALVᗺ⦂ᗭRVX⦂BᗺnIGhnA✠   "Sei gegrüßt, wohltätiges Kreuz"
Befußstes Kreuz, in den Winkeln je ein Dreiblatt.

Münzmeister Dietrich Becker, 1512 bis wahrscheinlich 1532 :   ohne Münzmeisterzeichen


Mariengroschen 1535.     Ø 25 mm, 2,33 g.   Buck/Meier 92 b/c.
Vs.:   ⁑MONETA⎊NOVA⎊HONOVERENS✤  -  Dreiblatt im eingebogenen Schild, darüber +1535+.
Rs.:   MARI⎊VIRGE - NE⎊NATVE  -  Gekrönte Maria mit Kind, beide mit Schein, Zepter und Glorie.

Zur Zeit von Ks. Karl V., 1519-1558

Münzmeister Dietrich Fründ, 1535 bis 10.1542 :   ohne Münzmeisterzeichen

Die Münzsorten des Hildesheimer Münzvertrages vom 1501 setzten sich nicht durch, anders als der von Goslar 1505 eingeführte Mariengroschen. Dieser wurde bald nachgeprägt, ab 1510 von Braunschweig, ab 1514 von Göttingen, ab 1523 von Hildesheim, ab 1535 von Hannover. Es folgten noch Northeim 1542, Hameln 1543 und Einbeck 1550.


Mariengroschen 1536, Typ II.     Ø 25 mm, 2,12 g.   Buck/Meier 95.
Vs.:   MONETA⎊NOVA⎊HONOVERENS⁑
Dreiblatt im verziert und mehrfach eingebogenen Schild, darüber +1536+.
Rs.:   ·MARI⎊VIRGE - NE⎊NATVE   -   oben und unten bis zum Münzrand reichend,
gekrönte Maria mit Kind - beide mit Scheinen - und Zepter in Flammenglorie.
Die Stadt Hannover begann 1535 mit der Prägung von Mariengroschen.
Bekannt sind die Jahrgänge 1535-52, 1554, 1597, 1622-23, 1652-61, 1664-68 und 1670.


Mariengroschen 1537.     Ø 24 mm, 2,36 g.   Buck/Meier 100 c.
Vs.:   MONETA⎊NOVA⎊HONNOVER:I53I+  (+: Kreuz mit Stil und drei Keile)
Dreiblättrige Blume im eingebogenen Schild, umher 3 sechsstrahlige Sterne.

Rs.:   MARIA⎊VIR - GINE⎊NATVS   -   gekrönte Maria mit Kind und Zepter in Flammenglorie.


Mariengroschen 1539.     Ø 24 mm.   Buck/Meier 102.
Vs.:  ✶MONETA⎊NOVA⎊HONNOVER⎊I539  -  Dreiblatt im eingebogenen Schild zwischen drei Sternen.
Rs.:   MARIA⎊VIRG - INE⎊NATVS  -  Gekrönte Maria mit Kind, beide mit Schein, Zepter und Glorie.

Münzmeister Kunze Stridinger, alias Martin Keule, 1543-47 :   Zeichen (Vogelkeule und Zainhaken)


Mariengroschen 1545.     Ø 23 mm, 2,15 g.   Buck/Meier 108 c.
Vs.:   MONETA⎊NOVA⎊HONNOVE⎊1545
"Kleeblatt" (dreiblättrige Blume) im eingebogenen Schild zwischen 3 fünfstrahligen Sternen.
Rs.:   MARIA⎊VIR - GINE⎊NATV⎊   -   Maria mit Kind und Zepter in Flammenglorie.


Kreuzgroschen (Matthier) 1545.     Ø 22 mm, 1,34 g.   Buck/Meier 109 var.
Vs.:  MONE⎊NOVA⎊HONNOVER  -  Dreiblatt im spanischen Schild zwischen Ringeln, darüber ⚬H⚬.
Rs.:   SALVE⎊CRVX⎊BENIGHNAX  -  befußtes Kreuz, in den Winkeln 1- 5 - 4 - 5.
Das Stück Buck/Meier 109 trägt jedoch als Münzzeichen einen Löwenkopf !


Mariengroschen 1546.     Ø 24 mm.   Buck/Meier 110 a.
Vs.:  MONETA⎊NOVA⎊HONNOVE⎊I546  -  Dreiblatt im eingebogenen Schild zwischen drei Sternen.
Rs.:   MARIA⎊MAT - ER⎊DOMINI  -  Gekrönte Maria mit Kind, beide mit Schein, Zepter und Glorie.


Kreuzgroschen 1543.     Ø 20 mm, 1,43 g.   Buck/Meier - (vgl.111).
Vs.:   MONE⎊NOVA HONOVER   -   Wappen zwischen ⚬ - ⚬, darüber ⚬H⚬.
Rs.:   (Mz.) SALVE CRUX⎊BENIGHNA   -   Befußstes Kreuz, in den Winkeln die Jz. I 5 4 3.
Die Vs. trägt das Zeichen von Mm. Riecher, die Rs. das Zeichen eines weiteren Münzmeisters (?).

Münzmeister Hans Riechert, 1547-1554 :   Zeichen (nach links gewandter Löwenkopf)


Mariengroschen 1549.     Ø 24 mm, 1,88 g.   Buck/Meier 114 c.
Vs.:  MONETA⎊NOVA⎊HONNOVE⎊1549   Mz. Löwenkopf für Hans Riechert, 1547-54 Münzmeister.
Dreiblättrige Blume im eingebogenen Schild zwischen 3 Ringel, seitlich und oben.

Rs.:   ⎊MARIA⎊MAT - ER⎊DOMIN   -   Maria mit Kind in Flammenglorie.

Die Stadt Hannover unterbrach 1554 für 30 Jahre ihre Münztätigkeit.

Die immer schlechter ausgegebenen Mariengroschen wurden 1555 von der Braunschweiger Münzgenossenschaft - eine regionale Vereinigung von Münzständen - verboten und durch die Fürstengroschen zu 12 Pfennige ersetzt. Die Stadt Hannover beteiligte sich nicht an der Prägung der neuen Münzsorte. Der Niedersächsische Kreis ersetzte dann 1572 den Fürstengroschen durch den Reichsgroschen, der den Reichsapfel mit der Wertzahl 24 als kennzeichnendes Münzbild trägt. Der anfängliche Fuß des Reichsgroschens (108½ Stück aus der 8 lotigen Mark Silber, d.h. 2,15 g rauh und 1,07 g fein) unterschied sich wenig von dem des Fürstengroschens von 1555 (2,22 g rauh, 1,03 g fein).
Ab 1591 trat eine Verschlechterung des Gehalts ein, der in der Kipper- und Wipperzeit seinen Tiefstand erreichte. Durch Kreisabschied vom 22. Juni 1622 wurde der Fuß von 1572 wieder hergestellt.

Zur Zeit von Ks. Rudolph II., 1576-1612

Münzmeister Christof Diess d. Ä., 9.1589 bis 3.1590 :   Zeichen (gekreuzte Zainhaken)

Auf dem nachfolgenden Groschen 1589 gelangt das Kleeblatt erstmals auf seinen Platz im Stadtwappen auf einer Münze.


1/24 Taler 1590 (Groschen).     Ø 23 mm, 5,84 g.   Buck/Meier 122.
Vs.:   MONE∗NO∗HONNOV   -  das vollständige Stadtwappen:
Bezinnte Mauer, zwei auf den Zinnen stehende, den inneren Kreis durchbrechende Türme, zwischen ihnen freischwebend der steigende Löwe nach links; im Torbogen unter Fallgatter das Kleeblatt.
Über dem Löwen (Zeichen des Christof Diess, 1589-90 Münzmeister in Hannover).

Rs.:  ·RVDOL·Z·D:G·ROmanorum·IMperator·SEmper·Augustus
Reichsapfel mit Wertzahl Z4, zu den Seiten die Jz. 9 - 0.

Münzmeister Heinrich Depser, 1589 - 5.1590 u. 1596-97 :   (Herz, Zainhaken & gekreuzte Berghammer)


1/24 Taler 1597 (Groschen).     Ø 23 mm, 1,81 g.   Buck/Meier 124a.
MONE⁕NO⁕HONNOV -   //   RVDOL·Z·D·G·RO·IM·SE·A⁕
Münzzeichen : Herz, Zainhaken & gekreuzte Berghämmer (Schlägel und Eisen)

Im Zeitraum 1598 bis 1615 wurde nicht gemünzt.



Weiter zu Teil 2 :  Hannover 1616-1665   (Buck/Meier 125-238)
Weiter zu Teil 3 :  Hannover 1666-1674   (Buck/Meier 239-295)


Lit. :
• Buck, H. / Meier, O. :  Die Münzen der Stadt Hannover, Hannover 1935. - Auszüge
• Cunz, R. :  Kleine Münzgeschichte der Stadt Hannover 1438-1674, 30 S., Austellungsführer,
    Hannover 1991.   -   Auszug
• Engelke, B.:  Münzgeschichte der Stadt Hannover, Hannoversche Geschichtsblätter 18(1915),1-219
• Niedersachsen-Slg. F.Popken :  Künker-Auktionen 244/Nr.162, 301/Nr.833-841 & 332/Nr.2289-2348

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