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Spanische Zeitgenossen
Hezog von Alba,  *1507   †1582
Hernán Cortés,  *1485   †1547
Alfonso de Valdés,  *1490   †1532
Francisco de los Cobos,  *1475/85   †1547
Gonzalo Fernández de Córdoba, el Gran Capitán,  *1453   †1515

Don Fernando Álvarez de Toledo, Hezog von Alba,   *1507   †1582
Schon im jungen Alter zeichnete sich Alba beim spanischen Militär aus. Er wurde der größte Feldherr seiner Zeit und blieb seinen Herren (erst Kaiser Karl V., danach König Philipp II.) in unverbrüchlicher Treue verbunden, die ihm aber wegen seines ausgeprägten Ehrgeizes misstrauten.
Der Herzog begleitete Karl V. nach Tunis (1535) und Algier (1541). Im Schmalkaldischen Krieg führte er die kaiserlichen Truppen in den Sieg bei Mühlberg (1547) und verhalf damit Karl V. zum Höhepunkt seiner Macht. Er begleitete auch 1552 den Kaiser bei seiner vergeblichen Belagerung der Reichsstadt Metz, die Frankreich besetzt hatte. In Italien kämpfte er erfolgreich gegen Papst Paul IV., der mit Frankreich verbündet war. 1567 schickte ihn Philipp II. mit einem Heer in die unruhigen Niederlande. Daraufhin trat die Statthalterin Margarete von Parma zurück und Alba übernahm das Amt. Sein blutiges Vorgehen gegen die Aufständigen konnte die Lage nicht beruhigen. Holland und Zeeland fielen ab und 1573 wurde Alba abberufen. 1580 setzte Alba militärisch die Erbansprüche seines Herren auf Portugal durch, wo er als Statthalter 1582 starb.


Silbermedaille 1567, geprägt.     Ø 36,5 mm; 23,70 g.   v. Loon - ; Hill -; Kress -.
Vs.:   FERDINandus·TOLETanus·ALBÆ·DVX·BELGii·PRÆFectus·
"Ferdinand von Toledo, Herzog von Alba, Statthalter in Belgien"
Büste in Rüstung mit dem Goldenen Vlies am Band.
Rs.:  gekröntes Herzogswappen mit dem Goldenen Vlies an der Ordenskette
umgeben von 9 Bannern. Jahreszahl beidseits der Krone.


Silbermedaille o.J. (1568), früher Guß.     Ø 37 mm; 31,59 g.   v. Loon 121,I.
Vs.:   FERDINandus:TOLETanua ALBAE DVX BELGii PRAEFectus   -   Büste n.r.
Rs.:   DEO PATRUM NOSTRORum   "Dem Gott unserer Väter"
Altar mit Flamme zwischen zwei aufgehängten Rüstungen.
Es handelt sich wohl um die Rüstungen der 1568 hingerichteten Grafen von Hoorn und Egmond.


Silbergußmedaille o.J. (1568).     Ø 40 mm; 16,03 g.   v. Loon 125,I.
auf die Niederschlagung der Unruhen in den Niederlanden und die Enthauptung der Grafen Egmont und Hoorn durch seinen Statthalter Ferdinando Álvarez de Toledo, Herzog von Alba.

Vs.:   ·Dominus·FERdiNANDVS·TOLEDO·DVX·ALBaE  -  Büste nach links.
Rs.:   Zwei tanzende Putten mit Siegeskränzen.


Bronzegussmedaille 1571 von Jacques Jonghelinck.  Ø 40mm.
Armand II p.246 12; v.Loon 136,I; Scher 163 (in Silber)

Vs.:   FERDINandus·TOLETanus·ALBÆ DVX·BELGii·PRÆFectus
Büste in Rüstung mit dem Goldenen Vlies, Jahreszahl an der Schulter.
Rs.:   DEO ET REGI - VITÆ VSVS   (unten als Gravur vervollständigt)
"Got und König sind Lebenszweck"
Eine brennende Kerze gehalten von einem Löwen und zwei Kranichen.
Die brennende Kerze repräsentiert Alba im Dienste Gottes und des Königs, getragen von der Macht (der Löwe) und der Wachsamkeit (die Kraniche). Der Kranich zur Linken hält einen Stein mit dem angehobenen Bein und symbolisiert so die Vorsicht: mit dem Fallen des Steins würde die Aufmerksamkeit des Vogels sofort wieder geweckt.
Zur selben Zeit bestellte Alba eine Statue bei Jonghelinck und liess sie in der Zitadelle von Antwerpen auftellen. Sie zeigte Alba als Triumphator über einem Monster, der Rebellion und Ketzerei darstellte. Nach Albas Abgang wurde die Statue eingeschmolzen.
[aus Scher, "The Currency of Fame, Portrait Medals of the Renaissance", 1994]
Siehe das Ölgemälde (106x84 cm, 1549) von Antonis Mor (1519-76), Musée royaux des Baux-Arts in Brüssel.

Hernán Cortés,  *1485   †1547
Cortés ging 19-jährig nach Hispaniola (Santo Domingo), von wo er an der Eroberung Kubas teilnahm. Von dort segelte er 1519 mit 500 Soldaten nach Mexiko, liess seine 11 Schiffe verbrennen und zog ins Landesinnere, um das Aztekenreich auf abenteuerlicherweise zu erobern. Der erfolgreiche Cortés musste sich gegen Anklagen seiner Gegner bei Hofe rechtfertigen. Zweimal kam er deswegen nach Spanien zurück. 1528 wurde er vom Kaiser ausgezeichnet. 1541 nahm er am Feldzug von Karl V. gegen Algier teil.

The Currency of Fame, Portrait Medals of the Renaissance The Currency of Fame, Portrait Medals of the Renaissance
Bronzemedaille von Christoph Weiditz, 1529.   Guss, Ø 56 mm.   Habich 1/1 376.
Vs.:   DON·FERDINANDO·CORTES·M·D·XXIX·ANNO·aETATIS·XXXXII
"Don Ferdinando Cortés, 1529, im Alter von 42"
Rs.:   IVDICIVM·DomiNI / APREHENDIT·EOS / ET·FORTITVDO·EIVS / CORROBORAVIT / BRACHIVM·MEVM
"Das Gericht des Herren hat sie ergriffen und seine Stärke hat meinen Arm gekräftigt"
Oben: Wolke aus der Regen fällt; darin ein Arm, dessen Faust einen Teil der Wolke auspresst.
Der Medailleur Weiditz unternahm 1529 eine Reise nach Spanien, wo er Cortés vor dessen Rückkehr nach Mexiko für eine Medaille porträtierte. Eine Zeichnung dazu hat sich auf Blatt 77 in Weiditz' sog. Trachtenbuch im Germ.Nationalmuseum in Nürnberg erhalten.
Vergleiche das Bildnis von Cortés (13x9,5 cm) aus der Porträtsammlung Erzherzog Ferdinands (1529-95). Ferdinand begann um 1575 Bildnisse bekannter Persönlichkeiten in einheitlichem Kleinformat zu sammeln. [Eine Auswahl ist im Münzkabinett Wien ausgestellt.] Er bestellte das Kleinbild bei der Porträtgalerie des Humanisten Paolo Giovio (1483-1552). Giovio hatte 1542 Cortés um ein Porträt für seine Sammlung gebeten.
Sotheeby's versteigerte 2009 ein Ölbild aus dem späten 16. Jh. (65x50 cm), das in Verbindung gebracht wird mit der in den Uffizien befindlichen Kopie aus der Giovio-Sammlung.

Alfonso de Valdés,  *1490   †1532
Alfonso de Valdés, geboren in Kastilien, war ein spanischer Humanist und Politiker. Er begleitete Karl V. (I. von Spanien) zu seiner Kaiserkrönung nach Aachen. Seit 1522 war Valdés Sekretär des kaiserlichen Kanzlers Mercurino Gattinara. Im Sacco di Roma 1527 sah er ein Strafgericht für die Sünden der päpstlichen Stadt. Valdés war begeistert von den Ideen von Erasmus von Rotterdam. Er begleitete den Kaiser auf seiner Reise 1529-31 und erlebte die Kaiserkrönung in Bologna und 1530 den Reichstag in Augsburg, wo er zwischen dem Kaiser und Melanchthon erfolglos zu vermitteln versuchte.


Bleigußmedaille 1531,  Modell von Christoph Weiditz.    Ø ? mm   Habich 1/1 395, 2/1 pl.LII,2.
Exemplar im Münzkabinett des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover, Inv.No.04:077:012
(veröffentlicht in fontes.al.uw.edu.pl).

Vs.:   ALFONSVS·VALDESIVS - SECRET·ANNO·XXXI·   -   Brustbild nach halblinks.
Rs.:   Im Meer stehen vier Säulen, darauf ein Altar, darauf ein Feuer, umher am Rand vier Winde.
Am Altar FIDES, zwischen den Säulen ein Band mit dem Spruch:
ILLA IMMOTA MANET ("Sie bleiben unbeweglich").
Vergleiche den Altar auf dieser Medaille mit dem Altar auf der Gattinara-Medaille:
beide mit der Aufschrift FIDES, dort zusätzlich mit Phönix im Feuer.
Siehe das Ölgemälde (um 1531/32) von Alfonso de Valdés. In seiner Hand hält er ein rundes Bildnis des Mercurino Gattinara in Kardinalspurpur (London, National Gallery).

Lit.:   fontes.al.uw.edu.pl: Ioannes Dantiscus' Correspondence with Alfonso de Valdés: Introduction (pdf)

Francisco de los Cobos y Molina,  *ca.1477   †1547
Francisco de los Cobos stammt aus Andalusien, wo sein Vater noch gegen die Mauren gekämpft hatte. Seinem Onkel folgend begann er eine Laufbahn im Staatsdienst. 1503 wurde er Notar und Schreiber von Kg. Ferdinand II. der Katholische und 1508 Schatzmeister von Granada. 1516 führ er in die Niederlande, um Carlos I. (später auch Karl V.) in seinem spanischen Sekretariat zu dienen. Er wurde unentbehrlicher Mitarbeiter des Niederländers Guillaume II. de Croy (Karls führender Minister bis 1521) und danach Mit- wie Gegenspieler des Großkanzlers Mercurino Gattinara. 1529 erhielt Cobos die Zuständigkeit für Spanien und die Kolonien, und war dafür ab 1530 dem Kaiser direkt verantwortlich, während Nicolas Perrenot de Granvelle für deutsch-französisch-burgundische Angelegenheiten zuständig war. Unter Kg. Philipp II. leitete Cobos das gesamte spanische Finanzwesen. Strebsam hat er nebenbei ein grosses Vermögen angehäuft und mehrere Herrschaften erworben.


Bleigußmedaille 1531,  Modell von Christoph Weiditz.    Ø 62 mm, 163,2 g.  Habich 1/1 396.
Exemplar der National Gallery of Ar, Washington, DC, Kress 588.

Vs.:   +FRANCISCO·COVO·MAGNO·COmMEnDatori·LEGIONIS CAESaris·CAROLI·V· A·SECRETis·CONSiliario·Anno·MDXXXI
Büste v. vorne mit Hut, Halskette, Orden und Kreuz von Santiago.
Rs.:   Mann reitet auf eine Klippe zu. Darüber ein Band mit: FATA VIAM INVENIENT
"Das Schicksal wird den Weg finden".

Siehe das Ölgemälde um 1531 gemalt von Jan Gossaert, 44x34 cm im Getty Center, Los Angeles.
Um den Hals hängt der selbe Orden de Santiago wie auf der Medaille.
Cobos war seit 1529 Großkomtur (Comendator Mayor) des Ritterordens von Santiago für Leon.

Lit.:  
• Hayward Keniston: Francisco de los Cobos - Secretary of the Emperor Charles V . Pittsburgh, 1958
• Javier Pérez Gil: El valor del retrato. Francisco de los Cobos y la notoriedad del linaje. J.G. Nistal (Ed.)
    Imagen y Documento. León 2014, p.61-87

Siehe weitere Porträt-Medaillen von Christoph Weiditz

Gonzalo Fernández de Córdoba, el Gran Capitán  *1453   †1515
Gonzalo kämpfte für Isabella die Katholische, als diese den Thron von Kastilien noch nicht sicher war, danach an vorderster Front in der Reconquista Granadas. Für seine Verdiente wurde er in den Orden von Santiago aufgenommen. Als Kg. Karl VIII. von Frankreich 1495 Neapel eroberte und sich dort krönen ließ, kam Kg. Ferdinand der Katholische dem bedrängten Neffen Alfonso II. d' Aragona, Kg. von Neapel, zur Hilfe mit einem spanischen Heer. Auf Wunsch von Königin Isabella stand Gonzalo an dessen Spitze. Nach einem anfänglichen Mißerfolg (Schlacht von Seminara 1495) änderte Gonzalo die Taktik zum Guerilla-Krieg und konnte schließlich die von Kg. Karl VIII. zurückgelassenen Truppen besiegen. Dabei erhielt er den Übernamen 'el Gran Capitán'.
Nach Spanien zurückgekehrt reorganisierte Gonzalo 1498 das spanische Heer in spezialisierte Heeresgruppen aus offensiven Schützen beziehungsweise defensiven Lanzenträger, die sich gegenseitig ergänzten.
Im zweiten französischen Feldzug nach Italien erobert Ludwig XII. von Frankreich 1501 den Nordteil des Königreichs Neapel sowie Gonzalo den Südteil für Fernando der Katholische. Dann kämpften sie dort gegeneinander. 1503 mussten sich die Franzosen aus Neapel zurückziehen. Der siegreiche Gonzalo wurde dann 1504 Vizekönig in Neapel bis sein eifersüchtig gewordener Dienstherr Ferdinand der Katholische den beliebten und ruhmreichen Gonzalo 1507 in die Heimat zurück schickte, wo sich bis zu seinem Tod 1515 keine weitere Verwendung fand.


Bronzemedaille um 1560   von Annibale Fontana (1540-87) aus Mailand.     Ø 57 mm, 44,88 g.
Köhlers Münzbelust.(1741) S.17; Kress Coll. 445; Attwood (2003) 107; Pollard (2007) 512.
Exemplar der National Gallery of Art, Washington DC

Vs.:   CONSALVVS·III·DICTATOR·MAGNI·DVCIS·COGNOMENTO·ET·GLORIA·CLARVS
"Gonzalo, zum dritten Mal oberster Gewalthaber, berühmt durch den Beinamen und der Ehre des größten Feldherren" [Köhler]   -   Büste nach links, in Rüstung und Schal,
unten rechts in Armabschnitt:
ANNIBAL oder ANNIB ML.
Rs.:   VICTIS GALLIS AD CANNAS ET LIRIM PACATA ITALIA IANVM CLAVSIT
"Nach den besiegten Franzosen bei Cannae (!) und an dem Garigliano ist Italien befriedigt und die Tempel des Janus geschlossen worden"   -   Kämpfe vor den Mauern einer Stadt; ein Reiter trägt Gonzalos Banner; Flagge von Frankreich weht vom Bergfried.
Die Medaille erinnert an Gonzalos Siege über die Franzosen in Cerignola (28.4.1503) nahe Cannae bei Bari sowie in Garigliano (29.12.1503) nahe Gaeta, von wo sie kurz darauf das Land verließen.
Die Medaille ist posthum entstanden und das Porträt ist nicht authentisch.
Es scheint, dass keine zeitgenössische Bildnisse von Gonzalo existieren.
Das Interesse an Gonzalo war durch eine Publikation von Paolo Giovio um 1550 wieder geweckt worden.

Lit.:   José María de Francisco Olmos: Gonzalo Fernández de Córdoba, el Gran Capitán, y las monedas "españolas" de Nápoles.   -   pdf online

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