Startseite Karl V. TOUR :  Georg der Bärtige von Sachsen

      Zeitgenossen im Heiligen Römischen Reich      

Johann I. der Beständige von Sachsen, ab 1486 Herzog, 1525-1532 Kurfürst
Johann der Beständige war ein jüngerer Bruder Friedrichs des Weisen sowie dessen Mitregent und Nachfolger als Kurfürst von Sachsen. Seit 1513 regierte Johann einen Teil des Kurfürstentums von Weimar aus. Nach außen hin regierten sie jedoch gemeinsam das Kurfürstentum Sachsen und die ernestinischen Teile Thüringens. Johann förderte beharrlich Luther und die Protestanten, ohne jedoch die kaiserliche Oberhoheit in Frage zu stellen.
Weil der rheinische Goldgulden an Wert verlor kam es 1530-1533 zur sächsischen Münztrennung, als Johann den Silbergehalt der Taler senkte, nicht aber sein Münzpartner Hzg. Georg. Johanns Sohn und Nachfolger Johann Friedrich I. erbte Schulden und erneuerte die sächsische Gemeinschaftsprägung, die dann 1547 zusammen mit der Kurfürstenwürde verloren ging.

1.  Kfst. Friedrich III., Hzg. Johann und Hzg. Albert bzw. sein Sohn Georg, 1500-1525
Die ersten Guldengroschen im Wert eines Guldens, die später "Klappmützentaler" genannt wurden, zeigen auf der Rückseite Johann zusammen mit seinem Onkel Albert bzw. dessen Sohn Georg einträchtig nebeneinender, aber nicht unterscheidbar.

Guldengroschen (1. "Klappmützentaler") o.J. (1500), Annaberg.    Ø 43 mm, 28,70 g.
Schnee 1; Keilitz 4; Dav.9705.
Näheres zu den Klappmützentaler siehe unter Friedrich III. der Weise.

2.  Kfst. Friedrich III. und Mitregent Hzg. Johann, 1486-1525


Doppelter Guldengroschen 1522, Annaberg +.     Ø ca.35 mm, ca.5,2 mm dick, 58,59 g.
Keilitz vgl.83; Schnee vgl.45; Dav.vgl.9710.     Vs. mit Doppelschlag links oben.

Vs.: DEI·GRAcia - FRIDericus·DVX - SAXoniae·Sacri·ROani - IMPerii·ELECtor
zwischen Wappen: Hzm. Sachsen (2h), Mrft. Meißen (4h), Lgft. Thüringen und Kursachsen.
Innenkreis:
VERBVM·DOMINI·MANET·IN AETERNVM + "Gottes Wort ist ewig"
Das Münzzeichen + steht für Albrecht von Schreibersdorf, 1512-1523 Münzmeister in Annaberg.
Brustbild des Kurfürsten Friedrich III. der Weise nach rechts, mit Mütze und Pelzmantel.

Rs.: DEI·GRACIa - IOHANnes - DVX· SAXoniae - ·I·5·2·2·
Innenkreis wie auf der Vs.   -   Brustbild des Johannes n.l., Mütze mit hochgeklapptem Visier.


Dicker Guldengroschen 1525, Buchholz T.     Ø ca.35 mm, 28,98 g.
Keilitz 84; Schnee 49; Dav.9712.   Aus Stempeln für nicht geprägter Halbe Guldengroschen.
Ähnlich wie vor, aber Rs. mit Münzzeichen T und Jz. MDXXV


Guldengroschen 1523, Annaberg +.     Ø ca.42 mm.
Keilitz 85; Schnee 44; Dav.9711.   Aus: J. Erbstein, "Aus Dresdner Sammlungen", 4. Heft (1891).

Vs.:   FRIDeRIcus+ELECzor - ET· IOHANnes - FRAtres DVX - SAXONIE   zwischen Wappen (Kur, Sachsen, Meißen, Thüringen)  -  Büsten zueinander gewandt.
Rs.:   +·VERBVM·DOMINI·MANET·IN·AETERNVM·   "Gottes Wort ist ewig"
Kreuz im Kreis, in den Winkeln C-C-N-S (Crux Christi Nostra Salus = "Christi Kreuz ist unsere Rettung"), umher Jz. M D XX III

3.  Kfst. Johann und Hzg. Georg, 1525-1528


Guldengroschen o. J., Annaberg ♣.    Ø 38 mm.   Keilitz 86; Schnee 51; Dav.9717.
Vs.:   IOhANnes⦂ () ELECtor⦂& () GEORgius⦂ () FIEri FEcit⦂ ()     (Fieri Fecit = ließ erstellen)
Büste Johannes n. rechts, geschultertes Kurschwert und Mütze mit hochgeklapptem Visier.

Rs.:   MONEta () NOVA⦂ () DVCVm SAXOniae ♣     (♣ für Münzstätte Annaberg)
Büste Georgs nach links.

4.   Johann alleine, 1528-1533


Guldengroschen o.J. (1530-33), Zwickau X.     Ø 39,5 mm, 28,84 g.
Keilitz 95.2; Schnee 54A; Dav.9715.

Exemplar der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, ex Slg. Horn.
Vs.:   (1) IOANNE (2) SᐩELEC (3) TORᐩFI (4) ERIᐩFEecitᐩX   (X für Münzstätte Zwickau)
zwischen Wappen: (1) Kursachsen, (2) Mgft. Meißen, (3) Hzm. Sachsen, (4) Lgft. Thüringen.
Brustbild n. r. mit Kurschwert im Faden- und Zierkreis, Mütze hinten weit heruntergezogen.

Rs.:   MONEta - NOVAᐩD _ VCISᐩSA - XONIaeᐩX  (X für Zwickau).

5.   Johann mit Sohn Johann Friedrich, 1530-1532


Silbergußmedaille auf Johann mit Sohn Johann Friedrich,     zeitgenössisch, Ø 45 mm, 23,44 g.
Auf die Überreichung der Augsburger Konfession am 25. Juni 1530.   Stempel aus der Werkstatt des Annaberger und Freiberger Goldschmiedes und Stempelschneiders Hieronymus Magdeburger.
Katz 37; Schnell 40; Slg. Lanna 854; Slg. Merseburger 436.

Vs.:   IOANNIS·E - LECTORIS·D - VCIS·SAXON - IAE·ET·FILI
Innenkreis: IOANNIS· - FRIDERICI· - EFFIGIES⁕ - ⁕M·D·XXX·
Die Büsten von Johann und Johann Friedrich hintereinander nach recht.
Rs.:   ⁕IOANNES·STRAFT·DEN·EheBRVC·HERODES·DRVM·MVST·ER·STERBEN·MAR·VI⁕
Gastmahl des Herodes, darunter im Abschnitt:
Der Henker übergibt der Salome die Schüssel mit dem Haupt Johannis des Täufers.

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