Startseite Varia TOUR :   Varia (9)

      Der Orden vom Goldenen Vlies auf Münzen und Medaillen      

2.   Ordenszeichen auf Münzen ernannter Ordensritter
Teil 2c :   Österreichische Neufürsten
(Lebensdaten in Klammern, Regierungsdaten ohne Klammern)
Auersperg :   Johann Weikard (1615-1677)     Heinrich (1696-1783)     Wilhelm (1749-1822)
Batthyáni:   Karl Joseph Battyáni (1697-1772)
Colloredo-Mannsfeld:   Franz Gundacker (1731-1807)
Dietrichstein:   Sigismund Ludwig (†1678)     Ferdinand Joseph von Dietrichstein zu Nikolsburg (1636-98)
Eggenberg:   Johann Ulrich (1568-1634)     Johann Anton (1610-1649)
Eszterházy:   Nikolaus Joseph (1714-1790, reg.1762)
Fürstenberg-Stühlingen:   Karl Egon I. von Fürstenberg-Pürglitz, 1762-87
Khevenhüller-Metsch:   Johann Joseph (1706-76, reg.1742)
LiechtensteinJoseph Johann Adam, 1721-32   Josef Wenzel, 1748-72   Franz Josef, 1772-81   Johann II., 1858-1929
Lobkowitz:   Zdenko Adalbert (1568-1628)     Ferdinand August Leopold (1655-1715)
Orsini-Rosenberg:   Franz Xaver Wolfgang (1723-96) 1790 Fürst
Rosenberg:   Wilhelm (1535-92)
Schlick:   Heinrich Schlick, 1612-50     Franz Ernst Schlick, 1650-75     Franz Joseph Schlick, 1675-1740
Schwarzenberg:   Johann Adolf I., 1641-83     Ferdinand Wilhelm Eusebius, 1683-1703     Adam Franz, 1703-32
Josef Adam, 1732-8     Johann Nepomuk, 1782-89
Sinzendorf:   Georg Ludwig, 1648-1681     Philipp Ludwig (1671-1742)     Johann Wilhelm, 1742-66
TrautsonPaul Sixtus von Falkenstein, 1589-1621     Franz Eusebius (†1728)     Johann Leopold Donat (1659-1724)
Wallenstein:   Albrecht von Wallenstein 1625-34

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Neufürsten: Im Reich wurden seinerzeit "Fürsten" nur jene Stände genannt, die im Kollegium des Reichsfürstenrates saßen. Erst im 16. Jh. wurde endgültig festgelegt, welche Häuser dazu gehörten. Seit 1582 war die Reichstagsstimme an das Territorium geknüpft. Alle später ernanntem und zum Reichstage zugelassenen Fürstenhäuser hießen zur Unterscheidung "neufürstliche".
Neufürsten erhielten meist auch das Prägerecht. Frühe Neufürsten konnten noch eigenen Münzstätten einsetzen und Gewinn anstreben. Späteren Neufürsten gestattete die habsburgische Zentralgewalt Münzungen nur noch in kaiserlichen oder reichsstädtische Münzstätten und begrenzt auf hochwertige Münzsorten, die terminierte Einzelanträge erforderte, also nur noch der Representation dienen konnten.
Siehe E. Holzmair: Münzgeschichte der österreichischen Neufürsten, NZ 71 (1946) 6-75 und im Netz.

Auersperg - aus Slovenien
Ihren Ursprung von Schwaben herleitend, ist sie schon im 11. Jh. in Friaul nachweisbar, hat ihren eigentlichen Ausgang von dem südlich von Laibach gelegenen Auersperg (Turjak, Gottschee) genommen und ist früh zu den höchsten Landesämtern gelangt. Die hier in Betracht kommende Pankrazer Hauptlinie erhielt 1530 die reichsfreiherrliche, 1630 die reichsgräfliche Würde und schließlich 1653 den Reichsfürstenstand nach dem Recht der Erstgeburt.
Johann Weikard (1615-1677), 1653 der 1. Fürst von Auersperg
Johann Weikard (*1615 †1677) erhielt 1650 den Orden vom Goldenen Vlies verliehen und 1653 wurde er von Ks. Ferdinand III. in den Reichsfürstenstand erhoben. 1654 belehnte der Kaiser ihn in seiner Eigenschaft als König von Böhmen auch mit dem schlesischen Herzogtum Münsterberg sowie der Stadt Frankenstein.
Das dem Fürsten mit der Standeserhöhung gleichzeitig verliehene Münzrecht ist in der einem Tage nach dem Fürstenbriefe ausgestellten Palatinatsurkunde vom 18.9.1653 enthalten und gehört dem Formular nach der älteren Gruppe von Verleihungen an, in denen noch die Erlaubnis zur Errichtung eigener Münzstätten gegeben wird. 1654 lies er daraufhin Taler und Dukaten prägen.

Taler 1654, St. Veit   Ø ? mm, ? g.   Holzmair 1; Dav.3371.
Vs.:   IOannes:WAICCARdus:Dei:Gratia·Sacri·Romani·Imperii·PRINCeps·AB·AVERSPERG
Büste von vorne, langhaarig, mit Mund- und Kinnbart, in Panzer und Mantel, mit dem Vließ am Band; darunter die Jahreszahl 1654 und das ligierte Stempelschneiderzeichen HS (Hans Seel).
Rs.:   COMES·IN·GOT - SCHE·ET WELS·ETc
Vom Fürstenhut bekrönte und von der Vließkette umgebene ovale Zierkartusche mit dem vierfeldigen Familienwappen (1 u. 4 das Stammwappen, der Ur = Auerochs) und aufgelegtem Herzschild.

Nach dieser Prägung des ersten Fürsten hat das Münzrecht der Familie über 100 Jahre geruht.

Heinrich (1696-1783), 1713 der 4. Fürst von Auersperg
Heinrich (*1696, Fürst seit 1713, †1783) war ein Enkel von Johann Weikard. Er diente unter Karl VI. bis 1738 als Oberhofmarschall, anschließend bis 1765 als Oberstallmeister und Oberkämmerer am Hofe Maria Theresias und wurde ein enger Freund Kaiser Franz Stephans. Er hat zwei Frankfurter Krönungen mitgemacht und wurde schließlich Feldmarschall unter Ks. Joseph II.
Der Orden vom Goldenen Vlies wurde ihm 1739 verliehen.
Er ließ im Jahr 1762 Dukaten und Taler in Wien prägen.

Konv.-Taler 1762, Wien.   Ø 41 mm, ca.28 g.   Holzmair 4; Dav.1181.
Vs.:   HENRICVS S:R:I:PRINCEPS AVRSPERG DVX MINSTERBERgensis  -  Geharnischte Büste mit Perücke, Mantel und Vliesorden am Halsband nach rechts; darunter A.WIDEMAN (Stempelschneider).
Rs.:   COMes:IN THENGen:Saerae.Caesareae.Maiestatis.INTIMus:CONSiliarius:ET SVPRemus:STABVLI PRAEFECTus:1762  -  Auf gekröntem Fürstenmantel ruht das von der Vließkette umrahmte Wappen.
Die Hauptmünzamtsrechnung verzeichnet 1763 die (wohl nur teilweise) Ausmünzung von 260 Talern. Der Herzogstitel von Münsterberg ist auf diesen beiden Münzsorten wieder ordnungsgemäß dem Reichsfürstentitel nachgestellt, ferner erscheinen die Würden eines Geheimen Rates und Oberststallmeisters und erstmalig der Titel der Herrschaft Thengen, von der Johann Weikards Dukat nur das Wappen aufgenommen hatte.

Heinrichs Sohn Karl Josef Anton, 5. Fürst von Auersperg, erhielt 1790 den Orden verliehen,
hat aber nicht geprägt.

Wilhelm (1749-1822) 1800 6. Fürst von Auersperg
Heinrichs Enkel Wilhelm (*1749, Fürst seit 1800, †1822) war Generalfeldwachtmeister während der Kriegsjahre und ein Kenner und Förderer der Musik.

Konventionstaler 1805, Wien.   Ø 40 mm, ca.28 g.  Holzmair 5; Dav.39.  Nur 972 Stück gemünzt.
Vs.:   WILHELMVS S.R.I.PR.AVERSPERG DVX DE GOTSCHEE
Kopf rechts., darunter I.N.WIRT.F (Johann Nepomuk Wirt, Stempelschneider).
Rs.:   COMes·IN THENGEN ET SVPremus·HAEReditarius·PROVineiae·CARNiolae·MARESCHallus·1805
Auf gekröntem Fürstenmantel liegt das große Wappen, umgeben von der (irrtümlich angebrachten) Vließkette mit anhängendem Hubertusorden. Randschrift: VIRTUTE ETPRVDENTIA zwischen Arabesken.
Für den verlorenen Titel des von dem Vater des Fürsten Wilhelm im Jahre 1791 an Preußen verkauften Herzogtums Münsterberg tritt nun der als Ersatz erhaltene eines Herzogs von Gottschee ein, auch wird die Obersterbmarschallwürde von Krain erstmalig genannt. Der dem Fürsten verliehene hohe bayrische Hubertusorden hängt irrtümlich an der Kollane des Vließordens, dessen Mitgliedschaft er nicht besaß.
So endete die Münzprägung der Fürsten Auersperg ein Jahr bevor ihr die rechtliche Grundlage durch das Ende des Römisch Deutschen Reiches entzogen wurde. Die gefürstete Grafschaft Thengen, auf deren Besitz die Stimme im Reichsfürstenrate wie auch im schwäbischen Kreise beruht hatte, kam zunächst unter badische Landeshoheit und wurde 1811 an das Großherzogtum verkauft. [Holzmair]

Batthyáni - aus Ungarn
Die Batthyáni (Batthyány) zählen zum ungarischen Uradel.
Karl Joseph Battyáni (1697-1772) 1764 1. Fürst
Karl Joseph Batthyáni trat früh in die österreichische Armee ein und zeichnete sich gegen die Türken aus und danach im Österreichischen Erbfolgekrieg. 1749 wurde er in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen. Nach dem Ende des Kriegs ernannte ihn Maria Theresia zum Erzieher, später zum Oberhofmeister des Kronprinzen und späteren Kaisers Joseph II. Anlässlich der Krönung Josephs II. zum römisch-deutschen König in 1764 wurde Karl Joseph Battyáni in den Reichsfürstenstand erhoben.
Das mit der Reichsfürstenwürde verliehene Münzrecht legt fest, daß in einer kaiserlichen Münzstätte oder in einer des Reiches auszuprägen sei.

10 Dukaten 1764. Wien.   Ø 41 mm, 34,76 g.   Holzmair 6; Friedb.(Ungarn)550.
Vs.:   CAROL·S:R:I:PRINCeps:DE·BATTHYAN·Perpetuus:In:Nemet:Uivär:&·Siklos:COMes:AURei:
Uelleris:Eques:Comitatus:Castriferrei:Perpetuus:Simeghiensis:Uero:Supremus:Comes:
Büste rechts mit im Nacken gebundenem Haar, Harnisch mit umgelegter Vließordenskette und Mantelansatz. Am Armabschnitt I.TODA F (Josef Toda, Stempelschneider).
Rs.:   GENeralis:Campi:MAReschallus:Unius:Legionis:DIMacharum:COLonellus:Utriusque:Saerae:Caesareae:& (X) Regiae:Apostolicae:Maiestatis:Aetualis:Intimus:CONSiliarius:&·Status:CONFerentiarum:Minister:1764·
Auf gekröntem Fürstenmantel ruht das von der Vließordenskette umgebene und von der Grafenkrone mit 5 Helmen überhöhte Famillenwappen (Fels mit Pelikannest, darunter ein aus dem Wasser wachsender
Löwe mit Türkensäbel im Maul), gehalten von zwei geflügelten Pferden, die Fahnen mit den eingeschriebenen Initialen FI (Franz' I.) und MT (Maria Theresias) tragen. Wertzahl (X) in der Umschrift.
Randschrift zwischen Verzierungen: FIDELITATE ET FORTITUDINE "Mit Pflichttreue und Energie".


Konv.-Taler 1768, Wien.   Ø 41 mm, 28,05 g.   Holzmair 13; Dav.1183.
Vs.:   *CAROL·S:R·I·PRINC:DE BATTHYAN·P·I·N·U&S - COM:AUR·V ET ORDinis·S·STEPHani·Regis·Apostolici.MAGNae:CRUCis.EQUES C C P S·VS:C.
Büste wie vor, aber zugefügter Bruststern des Stephansordens.
Rs.:   Umschrift wie vor, bis auf die Jz.   -   Auf gekröntem Fürstenmantel liegt das von den Ketten des Vlies- und des Stephansorden umgebene, mit Marschallstab und Faszes unterlegte Wappen.

Erst der Großneffe des Fürsten Karl, Fürst Ludwig (1753-1806, reg. ab 1788), ist der zweite und letzte Münzherr der Familie geworden. Er wurde nicht in den Vliesorden aufgenommen und prägte 1788-1792.

Colloredo-Mannsfeld - aus Italien
Das Haus Colloredo, von den schwäbischen Herren von Waldsee (Wallsee) abstammend und nach deren Aussterben 1588 auch in ihren Privilegien und Titeln bestätigt, hat seinen Ausgang von Friaul genommen, wo es von dem Patriarchen Poppo von Aquileja (1019-45) mit der Herrschaft und Burg Mels (Melzo, nördl. von Udine) belehnt wurde und 1302 bei der Ortschaft Colloredo (unweit von Mels) seine Stammburg baute.

Franz Gundacker (1731-1807) Fürst ab 1788
Von dem verzweigten Geschlechte, das vom 17. Jh. an in kaiserlichen Diensten zu hohen Ehren und Würden gelangte, kommt für die Münzgeschichte nur die Weikardische Linie in Betracht, die 1693 von ihrem italienischen Stammsitz nach Österreich und Böhmen kam, um das Erbe der ausgestorbenen Asquinischen Linie, vor allem die von dieser 1636 erworbene und als Familienfideikommiß gestiftete Herrschaft Opocno im Königgrätzer Kreise zu übernehmen. Die Brüder Hieronymus († 1726) und Rudolf aus dieser Linie wurden 1724 in den Reichsgrafenstand erhoben. Der Sohn des Ersteren, Graf Rudolf (1706-88), der schon 1737 Reichsvizekanzler wurde und Sitz und Stimme im schwäbischen Reichsgrafenkollegium bekam, erhielt anläßlich der Königskrönung Josefs II. zugleich mit den Grafen Johann Josef Khevenhüller und Karl Batthyáni, die reichsfürstliche Würde und in Verbindung mit dem Fürstenbrief vom 29.12.1763 auch das Münzrecht. Fürst Rudolf hat davon keinen Gebrauch mehr gemacht, sondern erst sein Sohn Fürst Franz Gundacker (*1731, Fürst seit 1788, †1807), seit 1772 Vließritter, der neben anderen Würden auch die Nachfolgeschaft seines Vaters im Reichsvizekanzleramte erhielt und dieses bis zum Ausgang des Reiches innehatte. [E. Holzmair]


Spruchtaler 1794, Wien, späterer Abschlag.   Ø 41 mm.   Holzmair 22; Thornau 331b; Dav.1185.
Vs.:   FRANCiscus·GVNDaccer·S·R·I·P·COLLOREDO·MANNSFELD·Comes·IN·WALDSee· Vice·Comes·IN·MELS·Marchio·IN·Sancta·SOPHia·S·R·I·PRO·CANCellarius·
Auf gekröntem Fürstenmantel das von der Vließkette umgebene Mansfeld'sche Wappen, dem das von Colloredo als Mittelschild aufgelegt ist.
Rs.:   BEY GOTT IST RATH - UND THAT   -   Der Hl. Georg als Drachentöter. Im Abschnitt 1794.
Von Franz Gundacker haben sich die Prägestempel zu einem Spruchdukaten 1792 [Holzmair 21] und einem Spruchtaler 1794 [Holzmair 22] im Besitze der Familie auf Schloß Dobrich erhalten. Im Original aber ist bisher nur der Dukat bekannt geworden, von dem im Wiener Hauptmünzamt 500 Stück ausgemünzt wurden. Dagegen gibt es von beiden Stempeln Neuabschläge (vom Dukaten, dessen Abschläge einen halbmondförmigen Stempelschaden aufweisen, auch in Silber und Bronze), die in den 80er Jahren d. 19. Jh. von dem Wiener Hof- u. Kammergraveur H. Jauner im Auftrage des Fürsten Josef Colloredo-Mannsfeld angefertigt worden sind.
Als Gemahl der Allodialerbin des letzten Mansfelders vereinigte Franz Gundacker auf Grund einer 1789 bestätigten, noch auf Maria Theresia zurückgehenden Erlaubnis Namen und Wappen beider Familien. Auf seinen Münzen bzw. Münzstempeln, die ganz dem Vorbilde der 1774 in Prag hergestellten Gepräge des Fürsten Heinrich von Mansfeld-Fondi († 1780) folgen, nennt er sich daher Colloredo-Mannsfeld; das Wappen der Colloredo, im schwarzen Felde eine silberne Binde mit dem Reichsadler, ist dem vierfeldigen von Mansfeld (1 u. 4 = Querfurt-Mansfeld, 2 = Arnstein, 3 = Heldrungen) als Herzschild aufgelegt. Von Mansfeld übernimmt das Münzbild auch den Ritter Georg und den Spruch "Bey Gott ist Rath und That". Auf den Münzen führt er die Titel Reichsfürst, Reichsvizekanzler, Graf von Waldsee, Visconte von Mels und Marchese von Santa Sofia (Toskana). [Holzmair]

Dietrichstein - aus Kärnten
Sigismund Ludwig (†1678) 1631 Graf von Dietrichstein
Sigismund Ludwig aus dem Zweig Pulsgau, Hofkammerpräsident von Innerösterrich, seit 1631 Reichsgraf, erhielt 1637 von Ks. Ferdinand III. das Münzrecht, das er schon ausübte, verknüpft mit der 1633 von der Hauptlinie Hollenburg-Fikkenstein erhaltenen Herrschaft Hollenburg bei Klagenfurt.

Taler 1646, Graz.   Ø 42? mm, 28,46 g.   Holzm.S.21; Dav.3374.
Vs.:   +SIGISMVND9.LVDOVICUS·COMES·A·DIETRICHSTAIN
Geharnischtes, drapiertes Brustbild nach r., darunter die Jz. 1646.
Rs.:   *LIBER·BARON* - *HOLLENBVRG*  -  Gekrönter, nimbierter Doppeladler, F III auf der Brust, darunter Familienwappen (2 Winzermesser) umgeben von Ordenskette, darunter ein Spruchband:
SVB ALIS PROTEGENTIBVS TVIS "Unter dem Schutz deiner Fittiche".
Sigismund Ludwig hatte 1645 den Vliesorden erhalten. Dieser Talertyp erschien auch 1651 und 1633.


Taler 1647, Graz.   Ø 42? mm, 28,48 g.   Holzm.S.21; Dav.3372.
Stempel aus 1644, aber umgeschnitten: Jz. geändert Goldene Vlies hinzugefügt.
Hier Wappen grösser und Spruch am Innenkreis angeordnet.

Sigismund Ludwigs ansehnliche Prägetätigkeit umfasst nicht nur repräsentative Münzen,
sondern auch Groschen Kreuzer und Zweier. [Holzmair]


Pfennig (oder Kreuzer?) 1647, Graz.   Ø ? mm, 0,61 g.   Holzmair S.21.

Sigismund Helfried (1636-98), Sohn Sigismund Ludwigs, wurde 1681 Ritter des Goldenen Vlieses.
Sein 1664 geprägter Taler trägt nur den geerbten Titel - COMES A DIETRICHSTEIN LIBER BARO IN HOLLENBVRG - nicht aber den später erworbenen Vliesorden.

Ferdinand Joseph von Dietrichstein zu Nikolsburg (1636-1698)
3. Fürst von Dietrichstein
Ferdinand Josephs Ur-Urgroßvater Siegmund von Dietrichstein (†1533) war Vertrauter Ks. Maximilians und wurde der erste Freiherr von Dietrichsten. Der Urgroßvater Adam (†1590) wurde der 2. Freiherr von Dietrichsten und erhielt von Ks. Ferdinand II. die Nikolsburg in Mähren. Der Großonkel Franz (†1636), Fürstbischof von Olmütz, wurde der 1. Reichsfürst von Dietrichstein. Der Vater Maximilian (†1655) wurde der 2. Reichsfürst der Familie sowie Träger des Vliesordens.
Ferdinand Joseph konnte sich Graf von Tarasp und Freiherr von Hollenburg Finkenstein und Thalberg nennen, wurde Obersthofmeister, Konferenzminister und Geheimer Rat des Kaisers Leopold I. und erhielt 1668 den Orden vom Goldenen Vlies.

Taler 1695 MM, Wien.   Ø 44-46 mm, ca.29 g.   Holzmair 33; Dav.3376.
Walzenprägung mit Schröttlingsfehler.

Vs.:   FERD:S:R:I:PRINCEPS·Â DIETRICHSTEIN
Büste im Mantel mit Allongeperücke und Vliesorden am Band.
Rs.:   :IN NICOLSPURG·ET: - :DOMINUS IN TRASP·  -  Vom Fürstenhut gekrönt und mit der Vliesordenskette umgebene verzierte ovale Kartusche mit vierfeldigem Wappen (1=Hollenburg, 2=Thalberg, 3=Erbmundschenkamt in Kärnten, 4=Finkenstein) und Herzwappen (zwei Winzermesser = Dietrichstein).
Ganz oben die Jz. 16 - 95, ganz unten MM (Matthias Mittermaier, Münzmeister).
Weil dem Münzherrn auch die Reichsherrschaft Tarasp im Unterengardin (Graubünden) gehörte,
ist der Taler auch unter HMZ 2-601a katalogisiert.


Dukat 1696.   Ø 21 mm, 3,48 g.   Holzmair 34; Friedb.541.
Vs.:  ·FERD·S·R·I·PRINC - ·DIETRICHSTEIN  -  Büste rechts mit Perrücke und Vliesorden.
Rs.:   ·IN NICOLSPURG ET - DOMINUS IN TRASP·  -  Wappen mit Vlieskette und Orden.

Ref.: E. Holzmair: Münzgeschichte der österreichischen Neufürsten, NZ 71 (1946) 6-75 und im Netz.

Eggenberg - aus der Steiermark

Johann Ulrich (1568-1634), 1623 1. Fürst zu Eggenberg
Johann Ulrich wurde 1598 in den Freiherrenstand erhoben, kam im Dienst von Ks. Ferdinand II. zu einer Fülle von Aufgaben in der Krain und Steiermark, wurde 1620 mit dem Goldenen Vlies bedacht, bekam 1622 Krumau in Böhmen als Belohnung, wurde 1623 zum Reichsfürst erhoben und 1625 mit dem Münzrecht ausgestattet, das er sofort mit einer Talerprägung ausübt.


Taler 1629, Prag.   Ø 47 mm, 29,50 g.   Dav.3382.
Vs.:  IO:VDAL9:Dei:Gratia:DVX - CRVmlovi:EKENbergi:PRINCepS*  -  Brustbild mit Halskrause rechts.
Rs.:   COMes:POSTONiae:DomiNuS· - ·IN·ERNHAVSeN EC 1629
Bekröntes und verziertes ovales Wappen (1=Krumau, 2=Adelsberg, 3=Pettau, 4=Radkersburg) mit aufgelegtem Stammwappen (Fürstenkrone, die von drei gekrö. Raben mit dem Schnabel
getragen wird). Umher schmale Vliesordenskette.
Umschriften: "... Herzog von Krumau, Fürst von Eggenberg, Graf von Adelsberg, Herr von Ehrenhausen".
Johann Anton (1610-1649), 1634 2. Fürst zu Eggenberg
Er folgte 1634 seinem Vater Johann Ulrich und erhielt 1644 das Goldene Vlies.

Reichstaler 1645, Waldstein (Steiermark).   Ø 42-43 mm, 29,06 g.   Donebauer 3313; Dav.3390.
Vs.:   *IOAN:ANT:D:G:DVX·CRVMLOV·SAC*
Geharnischtes Brustbild r. mit breitem Spitzenkragen und umgelegtem Vlies-Orden.
Rs.:   ROM:IMP:PRINC: - AB:ECCHENBERG 16 - 45
Mit Fürstenhut bedecktes, vierfeldiges Wappen mit Mittelschild, umher die Kette des Vlies-Ordens.
Einige Taler mit Jz. 1644 zeigen bereits das Goldene Vlies, alle vor 1644 dagegen nicht.

Erben und Nachfolger wurden die beiden Söhne Johann Christpoh (†1710) und Johann Seyfried (†1713), die bis 1664 unter Vormundschaft standen. Eine umfangreiche gemeinsame Talerprägung 1652-58 aus Silber eigener Bergwerke war dann schon beendet.

Esterházy de Galantha - aus Ungarn

Nikolaus Joseph Esterházy (1714-1790, reg.1762)


Taler 1770, Wien.   Ø mm, g.   Holzm.36; Horsky 5455; Dav.1187.
Vs.:   NICOLaus·S·R·I·PRINCeps·ESZTERHAZY DE GALANTHA PERPetuus·COMes·IN·FRAKno·
Büste in Harnisch und Mantel, mit umhängenden Vlies und Maria Theresienorden.
Rs.:  Utriusque·Sacrae·Caesareae·&·Regiae·Apostolicae·Maiestatis·CONSiliarius·INTimus·GENeralis·Campi· MARchallus·&·NOBilis·PRÆTorianae·Hungaricae·TURMÆ CAPITaneus·1770·
Auf gekröntem Fürstenmantel das von der Vließkette und dem Kommandeurskreuz des Maria Theresienordens am Band umgebene vierfeldige Wappen (1&4: Stammwappen, 2&3: Forchtenstein) mit aufliegendem gekrö. Herzwappen (L = Leopold I.).

Fürstenberg-Stühlingen - aus Ungarn

Karl Egon I. von Fürstenberg-Pürglitz, 1762-1787
Karl Egon (*1707) war der zweite Sohn von Joseph Wilhelm Ernst von Fürstenberg-Stühlingen und Stifter der böhmischen Seitenlinie in Pürglitz. Er wurde oberster Burggraf und Gouverneur von Böhmen. 1767 bekam er den Orden vom Goldenen Vlies verliehen.


Dukat 1772, Prag.   Ø 20 mm, 3,48 g.   Dollinger 42; Holzmair 38*); Friedb.1065.
Vs.:   CAROLUS·EGON·PRINceps: - IN·FÜRSTENBERG·
Büste rechts, langem gebundenem Haar, im Mantel, mit dem Goldenen Vlies am Band.
Rs.:  LANDGravius:BARi·& STULingen:Comes:IN·HEILIGenberg:& WERDenberg:1772·
Auf gekröntem Fürstenmantel ein mit der Vlieskette umgebener Schild mit Einkopfadler, dem aufgelegt das vierfeldige Wappen (1&4: Heiligenberg, 2&3: Werdenberg).
Die Variante Holzm.39 führt den Namen FYRSTENBERG statt FÜRSTENBERG.
1772 erhielt der Fürst die Erlaubnis, "aus denen auf seinen Gütern gefundenen alten (keltischen) Münzen"
5000 Dukaten in der Münzstätte Prag zu schlagen.
*) E. Holzmair nahm Karl Egon in die 'Münzgeschichte der österreichen Neufürsten' auf, weil dieser seinen Schwerpunkt im Habsburger Erblande hatte.

Khevenhüller-Metsch - aus Bamberg, danach Kärnten

Johann Joseph (1706-76, reg.1742)
Johann Joseph Fürst von Khevenhüller-Metsch (*1706) war ein österreichischer Staatsmann und nahm eine hohe Stellung am kaiserlichen Hof ein. 1744 wurde er Mitglied des Ordens des Goldenen Vlieses und 1764 wurde er der erste Fürst aus dem Hause Khevenhüller.
Unter den österreichischen Münzherren ist er der einzige, der sowohl als Graf wie auch als Fürst Münzen aufzuweisen hat. [Holzmair]

1761 Münzung als Graf


Dukat 1761, Wien.   Ø 21 mm, 3,50 g.   Holzmair 40; Friedb.549.
Vs.:   IOannes·IOSephus·S·R·I·COMes·A·KEVENHVLLER METSCH IN OSIERWITZ*
Geharnischtes Brustbild r. mit umgelegtem Mantel und mit Ordenskette, am Ärmel S·PRINS
Rs.:  AVRei·VELLeris·EQVes·SS·CC·RR·MM (Sacrarum Caesarearum Regiarum Maiestatum)· ACTualis·INTimus·ET·CONFERENTiarum·CONSILiarius·ET SVPRemus·CAMERrarius·1761  - 
Krone über mehrfeldigem Wappen, das von zwei Löwen gehalten wird, umher die Ordenskette.
Wappen: Oben das Metsch-Wappen (Sparren und Federkrone, dazwischen der kaiserliche Doppeladler)
Darunter das vielfeldige Stammwappen der Khevenhüller.

1771 Münzung als Fürst


Taler 1771, Wien.   Ø 41-42 mm, 28,02 g.   Holzmair 42; Dav.1189.
Vs.:   IO·IOS·KAVENHULLLER AB AICHELBERG S·R·I·PRinceps·A·METSCH  -  Geharnischtes Brustbild r. mit umgelegtem Mantel, den Ketten des Vließordens und Stephansordens und geoßem Bruststern am Mantel. Unten A·V·.
Rs.:   Aurei·Vellaria·&·Ordinis·Sancti·STEPHani·Regis·Apostolici·Magnea·Crucis·EQues·Utriusque·S·C·R - A·Majestatis·Actualis·Intimus·CONSiliarius CONFerentiarum·Minister·&· Supremus·Aulea·PRÆFectus·
"Ritter des Goldenen Vlieses und des Großkreuzes des ausgezeichneten Ordens des Apostolischen Königs Hl. Stephan; beider Heiligen Kaiserlichen und Königlichen Apostolischen Majestäten wirklicher Geheimrat, Konferenz-Minister und Obersthofmeister"
Auf gekröntem Mantel das mehrfeldiges Wappen (wie oben), umher Ordenskette.
Randschrift: Ꮺ CANDIDE Ꮺ SED Ꮺ PROVIDE   "Aufrichtig aber mit Bedacht".

Liechtenstein
Das Haus Liechtenstein, benannt nach Burg Liechtenstein in Niederösterreich, erwarb Grundbesitz auch in Böhmen. Karl I. von Liechtenstein (†1627) half dem Kaiser gegen die böhmischen Rebellen und konnte die Herzogtümer Troppau und Jägerndorf erwerben, wo er gewinnbringend in eigener Prägestätte münzte. Seinem Enkel (Johann Adam I., †1712) gelang es, ausserdem 1699 die reichsunmittelbare Herrschaft Schellenberg und im Jahr 1712 die Grafschaft Vaduz zu erwerben.
Die Fürsten von Liechtenstein sind die einzigen ehemals münzberechtigten österreichischen Standesherren, die über das Ende des Heiligen Römischen Reiches hinaus und dann als Souveräne eines bis heute selbständigen Staates gemünzt haben.
Joseph Johann Adam, 1721-32 Fürst von Lichtenstein
Sein Vater (Anton Florian, †1721), der dem Hause Habsburg in wichtigen politischen Funktion gedient hatte, erreichte 1719, daß aus Schellenberg und Vaduz das reichsunmittelbare Reichsfürstentum Liechtenstein entstand. Ein Geschlecht gab so einem Territorium seinen Namen.
Joseph Johann Adam (*1690) wurde 1721 bei seinem Regierungsantritt in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.

Taler 1728, Wien.   Ø 42-44 mm, 29,24 g.   Holzmair 45; Dav.1578.
Vs.:   IOSephus:IOannes:ADamus:D:G:Sacri:Romani:Imperii:Princeps·&GUBernator:DOMus:DE LIECHTENSTEIN
Büste rechts, in Harnisch und Mantel, umgehängt das Vlies am Band.
Rs.:   *OPPaviae:&CARNoviae:DUX·Comes·RITBergae:GRANdis:HISPaniae:Primae:CLASis: Sacrae·Caesarea·Majestatis·INTimus·CONSiliarus:1728
Auf gekröntem Fürstenmantel eine verzierte Kartusche mit Wappen: 1=Schlesien, 2=Kuenring, 3=Troppau, 4=Ostfriesland-Rietberg, Zwickel=Jägerndorf, Mitte=Stammwappen. Umher die Vlieskette.
Wie sein Vater kämpfte er im spanischen Erbfolgekrieg, wodurch er den Titel eines spanischen Grande erhielt.
Die Herzogtümer Troppau (Oppavia) und Jägerndorf (Carnovia) hatte der Vorfahre Karl I erworben und im Titel und Wappen auf seinen böhmischen Münzen einbezogen.
Das neu zugefügte Wappen von Ostfriesland hängt zusammen mit dem ostfriesischen Grafengeschlecht Joseph Johann Adams Gemahlin, von dem dieser vergebliche Erbansprüche
auf die Grafschaft Rietberg herleitete.
Das Wappen auf der Rückseite stimmt überein mit dem heutigen Wappen Lichtensteins.


Dukat 1728 (Wien), Nachprägung M (München 1966).   Ø mm, 3,42 g.   Holzmair 44; Friedb.zu9.
Vs.:   IOS·IO·A·D·G·S·R·I·P·&GUB·DOM·DE·LIECHTENSTEIN
Rs.:   OPP·& CARN:DUX·C·RITB·GRAN:HISP:P:CLAS:S·C·M·INT·CONS·1728
Wie bei allen späteren Neufürsten üblich, konnten nur grosse vollwertige Nominale in limitierten Auflagen in einer offiziellen Münzstätte nach amtlicher Einzelbewilligung bestellt und gefertigt werden. Die Stücke dienten hauptsächlich der Representation.
Josef Wenzel, 1748-72 Fürst von Liechtenstein
Josef Wenzel (*1696), Cousin von Josef Johann Anton, folgte dessen Sohn Johann Nepomuk Karl (†1748), der nicht gemünzt hatte. Der talentierte Josef Wenzel war ein geschickter Kriegsstratege und Organisator und Diplomat. Er wurde zum Feldmarschall-Leutnant erhoben. Als Generaldirektors über die Artillerie machte er diese zum stärksten Instrument des kaiserlichen Heeres. 1739 erhielt Josef Wenzel den Orden vom Goldenen Vlies.


Dukat 1758 Wien.   Ø 21 mm, 3,48 g.   Holzmair 50b; Friedb.10.
Vs.:   IOSephus·WENCelaus·D·G·S·R·I·PR·&GUB·DOM·DE LIECHTENSTEIN·
Rs.:   OPP·& CARN·DUX COM·RITTB·S·C·M·CONS·INT·& CAMPI:MAReschallus·


Taler 1758 Wien.   Ø 42 mm, ca.28 g.   Holzmair 51; Dav.1579.
Titel, Bildnis und Wappen wie vor, aber CAMPI:MARESCHAL.
Franz Josef, 1772-81 Fürst von Lichtenstein
Franz Josef (*1726) folgte 1772 seinem Onkel Josef Wenzel an der Regierung Lichtensteins. Seit 1771 war er Mitglied im Vliesorden. Er ist der letzte Fürst von Lichtenstein, der innerhalb des Heiligen Römischen Reiches münzte.


Dukat 1778, Wien.   Ø mm, 3,48 g.   Holzm.53; Divo 79. KM 7 . Friedb.11.
Vs.:    -  Brustbild rechts mit der Ordenskette vom Goldenen Vlies.
Rs.:    -  Gekröntes Wappen, umgeben von der Ordenskette vom Goldenen Vlies.
Stempelschneider: Franz Xaver Würth.   Moderne Nachprägungen führen das Zeichen M für München.


Taler 1778, Wien.   Ø 42 mm, ca.28 g.   Holzm.54; Dav.1580.
Vs.:   FRANCiscus·IOSephus·D·G·S·R·I·PR·&·GUB·DOM·DE·LIECHTENSTEIN  -  Brustbild im Hermelinmantel mit umgelegtem Vliesorden nach rechts.
Im Abschnitt Stempel F·W· (Franz Würth, Stempelschneider).

Rs.:   OPP·&·CARN·DUX·COM·RITTB·S·C·M·CONS·INT·AUR·VELLERIS EQUES·1778·  -  Gekrönter Wappenschild auf Kartusche, mit der Vliesordenskette behangen.


1/2 Taler 1778, Wien.   Ø 34 mm, 14,04 g.   Holzmair 55.
Ähnlich wie vor.


20 Kreuzer 1778, Wien.   Ø 27 mm, ca.6,7 g.   Holzmair 56.
Ähnlich wie vor.
Dies war die kleinste vollwertige Münze. Sie diente vorwiegend der Representation.
Johann II., 1858-1929 Fürst von Liechtenstein
1806 schlug Napoleon Bonaparte das Fürstentum Liechtenstein dem Rheinbund zu. Auf dem Wiener Kongress 1814/15 wurde das unabhängige Liechtenstein in den Deutschen Bund aufgenommen. Land lehnte sich dann an Österreich an, später an die Schweiz.
Johann II. gelangte 18-jährig an die Regierung, die er 71 Jahre durch eine turbulente Zeit führte. Seit 1862 war er Ordensträger der Goldenen Vlieses.
Die Münzen des nun souveränen Staates waren jetzt alle hauptsächlich für den Umlauf bestimmt.


Vereinstaler 1862 A, Wien.   Ø 33 mm.   Dav.215; Kahnt 281; Thun 468.
Vs.:   JOHANN II·FÜRST ZU LIECHTENSTEIN  -  Kopf rechts.
Rs.:   EIN VEREINSTHALER - XXX EIN PFUND FEIN - 1862  - 
Rand mit Umschrift: KLAR UND FEST.


5 Kronen 1900, Wien.   Ø 35 mm, 23,98 g.   Divo 93; HMZ 2-1376b; Dav.216.
Vs.:   JOHANN II·FÜRST - VON LIECHTENSTEIN  -  Kopf links.
Rs.:   5 - KR  -  Wappen mit umgelegten Vliesorden. Unten Jz. 19 - 00.


1/2 Franken 1924, Bern.   Ø 18 mm, ca.2,5 g.   HMZ 2-1382a6.

Lit.:
A. Missong :  Die Münzen des Fürstenhauses Liechtenstein, NZ 14(1882)109-190,
    Nachdruckt Vaduz 1983 und im Netz

Lobkowitz
Die vielverzweigte Familie Lobkowitz gehört zum böhmischen Uradel und stellte ab 1695 mehrere Träger des Ordens vom Goldenen Vlies.

Zdenko Adalbert (1568-1628) 1623 1. Fürst
Zdenko Adalbert (*1568) war ein Gegner der Utraquisten (gemäßigte Hussiten) und als oberster Kanzler von Böhmen ein entschiedener Verfechter der kaiserlichen und kirchlichen Sache. Daher wurde er von den böhmischen Ständen verbannt und enteignet. Nach dem Siege Ks. Ferdinands II. wurde der Fürst aber von diesem für seine treuen und erfolgreichen Dienste 1624 für sich und seine Nachkommen in den Reichsfürstenstand erhoben. Gleichzeitig erhielt er das Münzrecht, das er aber nicht ausübte.


Schautaler o. J. (Medaille).   Ø 37 mm, 28,60 g.   Doneb.3559; Holzmair ­ (S.35); Dav.-.
Vs.:   *SDENCO'AD'D'G' S R I PRINC'D:LOBCO  -  Geharnischtes Brustbild mit Halskrause.
Rs.:   Mit Fürstenhut bedecktes, vierfeldiges Familienappen, umgeben von der Vliesordenskette.
Zdenko Adalbert hat aber nicht den Orden vom Goldenen Vlies erhalten.
E. Holzmair ordnet dieses Stück als Jeton ein.

Wenzel Eusebius (1509-1677) 2. Fürst
Wenzel Eusebius (*1609), Sohn von Zdenko Adalbert, gelang im Dienste dreier Kaiser zu höchsten Würden, erwarb das Herzogtum Sagan, viel aber 1675 bei Leopold I. in Ungnade.
Ferdinand August Leopold (1655-1715) 3. Fürst von Lobkowitz
Ferdinand August Leopold (*1655), Sohn des in kaiserliche Ungnade gefallenen Wenzel Eusebius, erlangte wieder die kaiserliche Gunst und erhielt 1698 das Goldene Vlies.


Dukat o.J. (Medaille)   Ø 21 mm, 3,46 g.   Holzmair - (S.36); Freidb.55.
Vs.:   Ferdinandus·Dux·Sagani·Princeps· - De·LOBKowitz.
Brustbild rechts, mit mit Perücke und Vliesordenskette.
Rs.:   Gekröntes Wappen, darin mittig das Familienwappen, umher die Vliesordenskette.

Franz Josef Maximilian, 1784-1816, 7. Fürst von Lobkowitz
Franz Josef Maximilian (*1772), Urenkel von Ferdinand August Leopold, war ein böhmisch-österreichischer Generalmajor, Kunstliebhaber, Mäzen und Förderer von Joseph Haydn und Ludwig van Beethoven. 1804 wurde er Ritter des Ordens vom Goldenen Vlies.
Für den 17-jährigen Franz Josef Maximilian ließen seine Vormünde 1794 200 Dukaten, 300 Taler und 1300 20-Kreuzerstücke in Wien prägen. Dies blieb die einzige Münzprägung der Familie Lobkowitz.

Nostitz-Rieneck
Das slawische Adelsgeschlecht der Nostitz war schon Ende des 14. Jhs. in der Lausitz verbreitet. Der Stifter der Linie Nostitz-Rieneck war Johann Hartwig (1610-1683). Er war 1652-83 Oberstkanzler von Böhmen sowie Geheimrat des Kaisers Leopolds I. und erhielt 1672 den Vliesorden. 1673 erwarb er den Mainzer ¾-Anteil der reichsunmittelbaren unterfränkischen Grafschaft Rieneck. Von da an führte er den Namen von Nostitz-Rieneck.

Anton Johann, 1683-1736 Graf von Rieneck
Anton Johann von Nostitz-Rieneck (*1659), Sohn von Johann Hartwig, war Burggraf von Eger sowie Oberstmarschall von Böhmen. Er ließ 1719 Dukaten, Taler und Halbtaler in Nürnberg prägen. Den Vliesorden erhielt er nicht.


Taler 1719, Nürnberg.   Ø 41 mm, g.   Holzmair 61; Dav.1191.
Vs.:   ANTONIus9 IOHannes·Sacri·Romani·Imperii·COMes·DE NOSTitz:ET RINeck·
Gepanzerte Büste recht mit Perücke.
Rs.:   Sacrae·Caesarea·Majestatis·CONSiliarus·INTimus:CAMerarius:SVPRemus·Regni·BOHemiae·PRÆFectus· BVRGGravius·EGRensis·
Zwei auf einer Basis stehende Greifen halten einen gekrönten mit einem Schwan überhöhten Ovalschild mit vierfeldigem Familienwappen (zwei Hörner auf Sichel / Adlerflügel / Anker) und aufgelegtem Herzwappen für Rieneck. Darunter GFN· (G.F.Nürnberger, Münzmeister). Unten die Jz.

Orsini-Rosenberg
Das Geschlecht Orsini-Rosenberg stammt aus der Gegend Rosenberg bei Graz in der Steiermark. Abstammungslegenden führen nach Orsini aus Rom und Rosenberg aus Böhmen.

Franz Xaver Wolfgang (1723-96) 1790 Fürst
Franz Xaver von Orsini-Rosenberg war ein vertrauter Freund des Kaisers Josef II. und bekleidete noch unter Franz II. 1792 das Amt des Staats- und Konferenzministers. Anläßlich der Frankfurter Krönung Leopolds II. wurde er von diesem im Oktober 1790 in den Reichsfürsten-stand erhoben. Den Vliesorden bekam er 1763 verliehen.


Konv.-Taler 1793, Wien.   Ø 40 mm, 29,62 g.   Holzmair 63; Dav.1192.
Vs.:   FRANCISVVS·VRSINus·Sacri·Romani·Imperii·PRINCECS·ROSENBERG
Büste rechts. Unten: I·N·WIRT·Fecit· (Johann Nepumuk Wirt, Stempelschneider).
Rs.:  MONETA·AD·NORMAM·CONVENTIONIS·1793·  "in Übereinstimmung mit der Münzkonvention"
Auf gekröntem Fürstenmantel das von zwei Bären gehaltene Familienwappen (Rose),
umher die Kette mit dem Orden vom Goldenen Vlies.
Das Wiener Münzkabinett verwahrt die Stempel zu dem vorliegenden Konventionstaler.
Diese Originalprägung von 1793 hat den zeittypischen Blätterrand.
Nachprägungen von 1853 sind mit glatten Rand.

Rosenberg
Die böhmische Familie von Rosenbergs hatte früh die Recht erhalten, gängige Münzen nach landesfürstlichen Schlag zu prägen, die mit einem Unterscheidungszeichen versehen sein sollten. Aus dem Zeichen ist angeblich die Wappenrose der Rosenberg entstanden.

Wilhelm von Rosenberg (1535-1592) 1592 Fürst
Wilhelm (*1535) wechselte 1544 auf eine katholische Schule. 1551 übernahm er das Familienvermögen. 1560 wurde er von König Ferdinand zum Oberstlandeskämmerer ernannt und 1570 erhielt er das höchste Amt im Königreich Böhmen. 1581 erwarb er von den Fürsten von Münsterberg-Öls die Herrschaft Reichenstein, in der Goldbergbau und eine Münzstätte betrieben wurde. 1585 erhielt er den Orden vom Goldenen Vlies. Dss Geschlecht erlosch nachdem sein Bruder und Nachfolger Reichenstein an die Herzöge von Liegnitz-Brieg verkauf hatte.


4 Dukaten o. J., Reichenstein (1585)   Ø 30 mm, 13,98 g.
Saurma-Jeltsch 16, Tf.XXXVI-9; F&S 2492; Doneb.3703; Friedb(Böhmen).108.

Vs.:   ·WILHELM·GVBER·DOM·ROSENB·
Büste links, mit Halskrause, Pelzmantel und Ordenskette mit Vlies.
Rs.:   Geharnischter Turnierritter zu Pferd nach r. mit gezücktem Schwert und Schild worauf der Wappen von Rosenberg. Das Ganze umgeben von der Ordenskette mit dem Vlies.
Diese Prägung steht wohl im Zusammenhang mit dem Erhalt des Orden des Goldenes Vlieses.


3 Dukaten 1585.   Ø 27,7 mm, 10,52 g.   Holzmair S.46; Doneb. -; Friedb(Böhmen).109.
Vs.:   ·GVLIELM·GVBER·DOM·ROSEN·  -  Büste mit Halskrause und Vlieskette.
Rs.:  ·MONE·AVRE·REIC - HENSTEINENS· - Behelmtes Wappen, umher Vlieskette, seitlich die Jz. 8-5.


Dukat 1587, Reichenstein.   Ø 22 mm, 3,51 g.   Friedb.112.
Vs.:   GVLIEL·GVB· - ·DOM·ROSEN
Behelmtes Familienwappen, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies, oben Rose.
Rs.:   MO·AVRE· - REICHSTEN·87·
St. Christophorus mit Baumstamm als Stock steht v. v., auf seinen Schultern trägt er das Jesuskind.


Cu-Stück o.J. (1585/92)   Ø 22 mm, g.   Neum.28655; Doneb.3708.
Vs.:   WYLEM·WLADARZ - DOMV·ROZM·N·PP  -  Familienwappen von Vliekette umgeben.
Rs.:   Tafel: DEVS·FORTITVDO·MEA E·LAVS·MEA DOMINVS   "Gott ist meine Stärke und mein Lob".

Schlick
Stefan Schlick fand 1516 in Joachimsthal im böhmischen Erzgebirge reiche Silbervorkommen und begann 1519 das gewonnene Silber privat zu vermünzen. Kg. Ferdinand konfisziert 1547 die Prägestätte anläßlich des Schmalkaldischen Krieges. Nach langer Unterbrechung folgten zwei weitere Prägephasen: erst die in eigenem Plan, dann die im landesfürtlichen Prag.

Heinrich Schlick, 1612-1650 Graf zu Bassano und Weißkirchen
- Kommerzielle Prägungen in Plan (Planá, Böhmen) und Nürnberg -
Heinrich (*1580) kam als junger Mann zum Militär und diente als Heeresführer verschiedenen Herren. 1622 konvertierte er zum katholischen Glauben. Im 30-jährigen Krieg kämpfte er bis 1630 aktiv für den Kaiser. 1632 wurde er Hofkriegsratspräsident. 1643 gelangte er in das schwäbische Reichsgrafenkollegium. 1644 wurde er Vliesritter.
Stefan Schlick hatte 1517 die Herrschaft Plan erworben, in der Bergbau betrieben wurde. Heinrich errichtete nun dort eine eigene Prägestätte, wo er eine Fülle von Münzsorten auf eigene Rechnung prägte. Ausserdem liess er auch in Nürnberg prägen.


Taler 1629, Nürnberg.   Ø 43 mm, 28,88 g.   Doneb.3789; Fiala 164; Dav.3408.
Vs.:   HEINRIC·SCHLICK· - ·COMES·A·PASAN  -  Anna selbdritt hinter dem Wappen (wie nachfolgend) zwischen S - A, ganz unten Jz. 16 - Z9, daneben beginnender Stempelbruch bei 5.30 Uhr.
Rs.:   FERDINANDVS·II·ROM·IMP·SEMPER·AVGVSTVS [Mzz.]   -   Nimbierter und gekrönter Doppeladler, auf der Brust das gekrönte Wappen von Böhmen mit Ordenskette vom Goldenen Vlies.
Das Goldene Vlies unter dem Wappen von Böhmen ist nur undeutlich zu erkennen.


10 Dukaten 1634, Plan.   Ø 42? mm, 34,20 g.   Friedb.114.
Vs.:   HEINRIC·SCHLICK - COMES·A·PASSAN:  -  Vierfeldiges Wappen (Weißkirchen/Bassano)
mit dem Familienwappen als Mittelschild, darüber die heilige Anna mit dem Jesuskind und der
heiligen Maria, zu den Seiten S·AN - NA, unten die geteilte Jz. 16 - 34.

Rs.:   FERDINANDVS⁑II⁑ROM - IMP⁑SEMPER⁑AVGVSTVS  -  Gekrönter Doppeladler, zwischen den Köpfen Reichsapfel, auf der Brust gekröntes böhmisches Wappen umgeben von der Ordenskette mit Vlies, unten in der Umschrift das Zeichen Schild mit Kanne zwischen I - C (Johann Candler,
Münzmeister in Plan 1627-40).
Das Goldene Vlies unter dem Wappen von Böhmen ist deutlicher zu erkennen.
Aber zu diesem Zeitpunkt war Heinrich noch nicht Träger des Ordens vom Goldenen Vlies.


Taler 1647 (aus 1646), Plan.   Ø 43 mm, ca.28,9 g.   Doneb.3823; Dav.3399.
Vs.:   HENRICVS·SCHLI - CK·COMES:A:PASAN  -  Anna selbdritt hinter dem mit der Vliesordenskette behangenen Schlick-Wappen, zu den Seiten S.AN-NA, unten Jz. 16 - 47.
Rs.:   FERDINAND III·ROM·I - MP·SEMPR[=E]R AVGVSTVS  -  Gekrönter Doppeladler mit böhmischem Brustschild, Reichsapfel zwischen den Adlerköpfen, unten in der Umschrift Wappenschild mit Greif zwischen den Initialen C-B des Münzverwalters Caspar Franz Begner von Rösselfeld.
Das Goldene Vlies erscheint auf beiden Seiten der Münze.
Zu diesem Zeitpunkt hatte Heinrich den Ordens vom Goldenen Vlies erhalten.
Franz Ernst Schlick, 1650-75 Graf zu Bassano und Weißkirchen
- kommerzielle Prägungen in Plan -
Heinrichs Sohn Franz Ernst prägte in Plan weiter, jedoch im geringeren Umfang und mit zugekauftem Edelmetal. 1665 musste er zur Regelung geerbter Schulden die Herrschaft Plan verkaufen.

5 Dukaten 1661, Plan.   Ø 39-40 mm, 17,47 g.   Doneb.3838; Friedb.117.
Vs.:   FR·ER·SCHLIK· - CO:A·PASSAN   -   Gekröntes, vierfeldiges Wappen (Weißkirchen/Bassano) mit dem Familienwappen als Mittelschild, darüber die heilige Anna mit dem Jesuskind und der heiligen Maria in Wolken, unten zu den Seiten des Wappens die geteilte Jahreszahl 1·6· - 61·.
Rs.:   LEOPOLD:ROM:IMP:* - *SEMPER·AVGVSTVS·
Gekrönter Doppeladler, zwischen den Köpfen Reichsapfel, auf der Brust gekröntes böhmisches Wappen, umher "Ordenskette", unten in der Umschrift das Münzmeisterzeichen Stern in Kartusche, darüber I - P (Johann Pellet von Hundt, Münzmeister in Plan 1655-63).
In der "Ordenskette" um das Wappen fehlen die funkenden Feuersteine und die Feuereisen sind verbogen.
Diese merkwürdige "Ordenskette" ist falsch. Franz Ernst war nie Ordensträger.
Auch die Taler von Franz Ernst zeigen solch eine merkwürdige "Ordenskette" am böhmischen Wappen.
Franz Joseph Schlick, 1675-1740 Graf zu Bassano und Weißkirchen
- repräsentative Prägungen in Prag -
Franz Joseph (*1656), der Sohn von Franz Ernst, wurde Geheimer Rat und königlicher Statthalter in Böhmen. Er verfügte über keine eigene Prägestätte und hat nur 1677 und 1716 gemünzt, und zwar in der landesfürstlichen Prägestätte Prag und mit erbetener Erlaubnis. Es entstanden nur hochwertige Münzen in beschränkter Anzahl für repräsentative Zwecke.

Taler 1677, Prag.   Ø ? mm, 29,14 g.   Doneb.3842; Holzmair 74; Dav.3413.
Vs.:   FR:IO:SCHLIK - COM:A·PASSAN  -  Das viergeteilte Wappen mit Familienwappen als Herzschild, darüber in Wolken die hl. Anna mit Jesuskind und hl. Maria.
Rs.:   LEOPOLDVS.ROM:IMPERATOR·SEMPER·AVGVSTVS
Gekröntes böhmisches Wappen mit Reichsapfel auf gekröntem Doppeladler.
In der Beschreibung dieses Stückes erwähnt E. Holzmair eine Vlieskette um das böhmische Wappen.
Siehe dazu eine vergrösserte Detailansicht. Siehe auch die falsche Orientierung der Feuereisen
zu den Feuersteinen in der Kette.


Taler 1716, Prag.   Ø 42-43 mm, 28,81 g.   Doneb.3845; Holzmair 78; Dav.1195.
Anlässlich seine zweiten Hochzeit, 2112 Stück geprägt.

Vs.:   FRANC·IOS·SCHLICK·COM·A BASSAN·& WEISK·  -  Gekröntes Wappen Weißkirchen/Bassano, Familienwappen als Mittelschild. Oben in Wolken Maria, Christus und Mutter Anna, im Feld die Jz. 17 - 16.
Rs.:   CAROL VI D·G·ROM·IMP· - S·A·GER·HISP·HU·B·REX·  -  Gekrönter und nimbierter Doppeladler, auf der Brust gekrönter Wappenschild, Herzwappen Böhmen.
Umher die Ordenskette mit unauffällig angehängtem Vlies!
Unten in einer Kartusche F·S (Ferdinand Scharf, Münzmeister).
Franz Joseph Schlick ist aber nicht als Träger des Ordens vom Goldenen Vlies bekannt!

Leopold Schlick (1663-1723) wurde 1712 oberster Kanzler in Böhmen und erhielt 1721 den Vliesorden, münzte aber nicht.

Franz Heinrich, 1740-1766 Graf zu Bassano und Weißkirchen
Franz Heinrich (*1696) war Franz Josefs Neffe und Nachfolger, Oberstlandmarschall in Böhmen und treuer Anhänger Maria Theresias während des böhmischen Königtums Karl Alberts von Bayern. Er durfte 1759 je 2000 Gulden in Talern und Dukaten in Prag prägen lassen. Sie zeigen kein Vliesorden.

Leopold Heinrich 1766-1770 Graf zu Bassano und Weißkirchen
Leopold Heinrich (*1729) war Franz Heinrichs Sohn und Nachfolger, Geheimer Rat und Ministerialbancodeputations-Vizepräsident. Seine in Prag 1767 geprägten Taler und Dukaten zeigen auch kein Vliesorden und beenden die Schlicksche Münzung.

Schwarzenberg
Schwarzenberg ist en fränkisches Adelsgeschlecht das 1405/21 Burg und Herrschaft Schwarzenberg im Steigerwald (zwischen Würzburg und Bamberg) erwarb. Später kamen Besitzungen in Südböhmen, Krain, Steiermark und Gimborn (im Bergischen Land, Westfalen) hinzu. Das Fürstenhaus stellte viele bedeutende Heeresführer, Diplomaten und Verwaltungsfachleute und war seit dem 17. Jh. in Wien ansässig (Palais Schwarzenberg). 1806 wurden die in Deutschland gelegenen reichsunmittelbaren Territorien mediatisiert, die badischen Besitzungen verkauft und die bayerischen weitergeführt. Der böhmische Besitz wurde 1918/1940 geschmälert, ging 1945 verloren und wurde 1989 teilweise restituiert.
Johann Adolf I., 1641-1683, 1670 1. Fürst von Schwarzenberg
Johann Adolf (*1615) war Enkel von Adolf (†1600), dem Rückeroberer der Festung Raab aus der Hand der Türken. Johann Adolf erhielt 1650 den Orden vom Goldenen Vlies, erlangte 1670 den Reichsfürstenstand, die Erhebung seiner Herrschaft Schwarzenberg zur gefürsteten Grafschaft und 1671 auch das Münzrecht.

Dukat 1682, Wien.   Ø 23 mm, 3,45 g.   Tannich 1; Friedb.(Böhmen) 121.
Vs.:   ·IO·AD·D·G·PRINceps·SCHWARTZENBERGicus·   -   Geharnischtes Brustbild rechts
mit umgelegtem Mantel und der Kette des Ordens vom Goldenen Vlies.

Rs.:   ·Baro·IN HOhenlandsberg·Dominus·IN GIMborn - MVRau·WITtgenau·FRAVenburg·ETc
Gekröntes, vierfeldiges Wappen, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies, oben die Jz. 16 - 82.
Das Wappen bestand ursprünglich aus vier Streifen. Die Ergänzung - Türkenkopf, dem ein Rabe die Augen aushackt - stammt von Freiherr Adolf (†1600), der im Türkenkriegen die Rückeroberung der Festung Raab führte. Vergleiche dazu das 1792 gezeichnete Wappen, gezeigt von Wikipedia.


Reichstaler 1682, Wien.   Ø ca.41 mm, 28,81 g.   Tannich 2; Dav.7699.
Ähnlich wie vor.
Ferdinand Wilhelm Eusebius, 1683-1703 2. Fürst von Schwarzenberg
Ferdinand (*1652) war Sohn von Fürst Johann Adolph. Während der Belagerung Wiens durch die Türken im Jahre 1683 kümmerte sich Ferdinand um die Versorgung der Bevölkerung. 1685 wurde er vom Kaiser zum Oberhofmarschall ernannt und 1688 in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.

Dukat 1693, Wien.   Ø 22 mm, 3,45 g.   Tannich 5; Friedb.(Böhmen)123.
Vs.:   FERD:D:G:PR· - ·SCHWARZENBE
Geharnischte Büste rechts, umgelegte Mantel und Ordenskette mit Goldenem Vlies.
Rs.:   ·DOM·IN GIMB:MUR - WITT·ET FRAVN:1693
Gekröntes, vierfeldiges Wappen, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies.


Reichstaler 1696, Kremnitz.   Ø 45 mm, 29,11 g.   Tannich 11; Dav.7702.
Auf seine Hochzeit mit Maria Anna, Erbin der Landgrafschaft Sulz (Klettgau).

Vs.:   FERDINAND - ET MARIA·ANNA·  -  Die Brustbilder des Paares nebeneinander r.
Rs.:   +D:G·PRINCipissa·A SCHWARZENBERG·HÆRES·LANDGRAVIA·IN SVLZ
Die Wappenschilde von Schwarzenberg und Sulz nebeneinander auf doppelt gekröntem Hermelinmantel, darunter ·M·I·M· (Martin Josef Mayerl, Stempelschneider), oben die Jahreszahl 1696.
Beide Wappen behängt mit Ordenskette bzw. Schmuck.
Maria Anna von Sulz führte im Wappen drei roten Spitzen, vermehrt mit dem beflammten Baumstrunk der Familie Brandis. Die drei goldene Garben im Herzschild des Wappens sind das Zeichen für Kleggau.


Taler 1697, Köln, geprägt für die Herrschaft Gimborn.   Ø ca.40 mm, 29,18 g.  Tannich 14; Dav.7703.
Vs.:   FERD:D:G:PR.a SCHWARTZENBERG.DOM.I.GIM.MUR.W.F.  -  Geharnischte Büste r. mit umgelegtem Mantel und der Ordenskette mit dem Goldenen Vlies.
Rs.:   ·MON.NOV.ARG·16 - 97·GIMBORNRNSIS·  -  Gekröntes, vierfeldiges Wappen, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies, zu den Seiten die geteilte Münzmeistersignatur P - N, oben zu den Seiten die geteilte Jahreszahl 16 - 97, unten in kursiver Schrift Reichs-Fues.
Die Herrschaft Gimborn liegt in Bergischen Land östlich von Köln und kam 1550 durch Heirat an Wilhelm zu Schwarzenberg.
Adam Franz, 1703-32 - 3. Fürst von Schwarzenberg
Adam Franz (*1680), Sohn von Fürst Ferdinand Wilhelm Eusebius, wurde K.K. Kämmerer und Wirklicher Geheimer Rat und ab 1711 Obersthofmarschall, 1712 erhielt er den Vliesorden und ab 1722 war er schließlich Oberststallmeister. 1723 wurde das nach dem Aussterben der Eggenberger 1719 erhaltene Krumau (Südböhmen) zum Herzogtum Krumau erhoben. Adam Franz starb nach einer Jagd mit den Kaiser an einer Schußverwundung.

Taler 1721, Wien.   Ø 42 mm, ca.29 g.   Tannich 18; Dav.2773.
Vs.:   ADAMUS·FRANCISC: - D:G:S:R:I:PRINCEPS·
Geharnischtes Büste rechts, drapierter Harnisch, Perücke und Vliesorden.
Rs.:   IN·SCHWARZBERG·LANDG:IN·CLEGGOVia   "... Landgraf von Klettgau (am Rheinfall)"
Wappen auf gekrönter, von Vliesordenskette umgebener Wappenkartusche. Jz. 17 - 21.
Die Landgrafschaft Klettgau (Cleggovia) am Oberrhein war über Adam Franzs Großmutter Maria Anna von Sulz an Scharzenberg gefallen.
Endgültige Wappen der Fam. Schwarzenberg:
  1: Stammland in Franken (4 Streifen)
  2: Gf. Sulz (drei Spitzen)
  3: Hft. Brandis (beflammter Baumstrunk)
  4: Ergänzung zum Stammland (Kopf mit Rabe)
Mittelwappen:
  links: für das Stammland (Turm auf Berg)
  rechts: für Klettgau (drei Garben)
Josef Adam, 1732-82 - 4. Fürst von Schwarzenberg
Josef Adam (*1722), Sohn von Fürst Adam Franz Karl, erhielt 1732 10-jährig den Vliesorden nach dem Tod seines Vaters und erreichte hohe Amter unter der Kaiserin Maria Theresia.


Reichstaler 1741, Wien.   Ø 41 mm, 29,15 g.   Tannich 39; Dav.2775
Vs.:   IOSEPH·D.G·Sacri·Romani·Imperii·PRINceps·IN·SCHWARZENBERG  -  Geharnischte und drapierte Büste mit Vliesorden r., darunter B (Philipp Christoph Becker, Stempelschneider in Wien)
Rs.:   LANDGRavius·IN·CLEGGOVia·COMes·IN·SULZ·DUX·CRUMlovii  -  Ovales quadriertes Wappen mit Herzschild und anhängendem Vliesorden auf gekröntem Wappenmantel, im Feld 17 - 41.
Die Landgrafschaft Klettgau (Cleggovia) am Oberrhein war über Josef Adams Großmutter Maria Anna von Sulz an Scharzenberg gefallen.


Konv.-Taler 1766, Nürnberg.   Ø 40 mm, 28,00 g.   Tannich 41; Dav.2776.
Umschriften wie vor.

Vs.:   Geharnischtes Brustbild r. mit umgelegtem Mantel und der Kette des Ordens vom Goldenen Vlies,
am Armabschnitt Stempelschneidersignatur ŒXLEIN.

Rs.:   Vierfeldiges Wappen mit zweifeldigem Wappenschild in verzierter Kartusche auf gekröntem Wappenmantel, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies.
Im Abschnitt X EINE FEINE MARK / 17 - 66 / Münzzeichen.
Gemäss archivalischer Überlieferung sind insgesamt 820 Exemplare dieser Taler geprägt worden.


Dukat 1768, Wien.   Ø 21 mm, 3,49 g.   Tannich 42; Friedb.128.
IOS.D.G.S.R.I.PRIN. - IN SCHWATZENB   //   LANDG·IN CLEG·COM·IN SVLZ·DVX·CRVM 1768
mit einem verjüngten Brustbild.
Johann Nepomuk, 1782-89 5. Fürst von Schwarzenberg
Johann Nepomuk (*1742), Sohn von Fürst Joseph I., erhielt 1782 den Vliesorden, nahm keine bedeutende Stellung am Wiener Kaiserhof ein und widmete sich der Land- und Forstwirtschaft.

10 Dukaten 1783, Wien.   Ø 41 mm, 34,90 g.   Tannich 46; Friedb.129.
Vs.:   IOH·D·G·S·R·I·PRINCEPS IN SCHWARZENBERG·  -  Brustbild r. mit umgelegtem Mantel, darunter V·F· (= Vinazer fecit, Stempelschneider J. Vinazer)
Rs.:   LANDG·IN CLEG·COM·IN SVLZ·DVX·CRVM·1783·  -  Gekröntes und verziertes, vierfeldiges Wappen mit zweifeldigem Mittelschild, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies.


20 Kreuzer 1783, Wien.   Ø 27 mm, ca.6,7 g.   Tannich 47.
Vs.:   IOH·D·G·S·R·I·PRINCEPS IN SCHARZENBERG·  -  Brustbild r. mit umgelegtem Mantel, darunter die Signatur V·F· (= Vinazer fecit, Stempelschneider J. Vinazer) und Wertzahl 20
Rs.:   LANDG·IN CLEG·COM·IN SVLZ·DVX·CRVM·1783

Lit.:
Tannich, A. :   Die Münzen und Medaillen der Fürsten zu Schwarzenberg, in: Schwarzenbergisches Jahrbuch 1938, Oberplan 1938, S.51-150, 25 Tf.

Sinzendorf
Die Familia Sinzendorf stammt aus Kirchdorf an der Krems in Oberösterreich. Die Sinzendorf wurden 1610 in den Freiherrenstand, 1653 in den Reichsgrafenstand und 1803 in den Reichsfürstenstand erhoben.
Georg Ludwig 1648-1681 Graf von Sinzendorf
Georg Ludwig (*1616) trat 1648 in kaiserlichen Dienst. Er ist 1657 von Leopold I. zum Hofkammerpräsidenten ernannt worden und erhielt 1663 den Orden vom Goldenen Vlies. In dieser Stellung, die er mehr als zwanzig Jahre bekleidete, hat er in großer Maßlosigkeit alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um sich persönlich zu bereichern. Wie später nachgerechnet wurde, hatte er dem Staat rund 2 Millionen Gulden Schaden zugefügt. 1680 wurde ihm wegen "Mißbrauch der Amtsgewalt, Meineid, Diebstahl, Unterschleif und Erpressung" der Prozeß gemacht. Die wirtschaftlichen und diffamierenden Folgen blieben ihm jedoch erspart, da er noch im selben Jahr verstarb.

Reichstaler 1676, Wien.   Ø 43 mm, ca.28,2 g.   Holzmair 84; Dav.3414.
Vs.:   ◆GEorgius◆LVDOVICus◆COMes◆A◆SINTZENDORF Büste r., mit Perücke, Kappe, umgehängter Vlieskette, Panzer mit Mantel.
Rs.:   ◆Sacri◆Romani◆Imperii◆THESAVRarius - ◆Aurei◆Velleris◆E Ques◆1676◆
"des Heiligen Römischen Reiches Schatzmeister, Ritter vom Goldenen Vlies"
Gekrö. mehrfeldige Wappen beginnend mit Sinzendorf (drei Quader), umher die Vlieskette.
Mittelschild: oben die Kaiserkrone für das Reichserbschatzmeisteramt, unten drei Quader (Stammwappen).
Philipp Ludwig (1671-1742) Graf von Sinzendorf
- Sohn von Georg Ludwig -
Nach dem Tod seiner älteren Bruders wechselte Philipp Ludwig (*1671) von der geistlichen in die militärische Laufbahn und erlangte schnell die Gunst Karls VI., der ihn als Botschafter und Aussenpolitiker einsetzte und 1712 anläßlich der Eröffnung des österreichischen Ritterordens zum Ritter des Goldenen Vlies machte.

Dukat 1726, Wien.   Ø 21 mm, 3,39 g.   Holzmair 86; Friedb.3290.
Vs.:   PHILIP·LUD.COM· - A SINZENDORFF  -  Brustbild rechts.
Rs.:   S·R·I·HÆREDITAR· - THESAURAR·1726  -  Gekröntes Wappen, umgeben vom Goldenen Vlies.
Das Stammwapen bleibt ergänzt mit der von seinem Vater als Erbschatzmeister erlangten Mehrung.
Johann Wilhelm 1742-1766 Graf von Sinzendorf
- Sohn von Philipp Ludwig -
Johann Wilhelm (*1697) war kaisrtlicher geheimer Rath, Grand von Spanien, seit März 1718 Rath bei der Regierung von Mailand und der Niederlande. 1744 wurde er in den Orden vom Goldenen Vlies aufgenommen.

Dukat 1753, Nürnberg.   Ø mm, 3,50 g.   Holzmair 87: Fried.3291.
Vs.:   IOAN·WIL·COM· - A SINZENDORF·
Drapiertes Brustbild nach rechts, darunter PPW (P.P. Werner, Stempelschneider).
Rs.:   S·R·I·HÆRED·THE· - SAURARIUS·1753·   -   Wappen auf gekrönter Wappenkartusche, umgeben von der Vliesordenskette. Unten C· - G·L· (Laufen, Münzmeister in Nürnberg).

Trautson
Die Familie Trautson stammt aus Tirol. 1572 verkaufte Ks. Maximilian II. Burg und Herrschaft Falkenstein in Niederösterreich an seinen Obersthofmeister Hans Freiherr von Trautson (1507-1589), der in 60 Jahren den Kaisern Ferdinand I, Maximilian II. und Rudolf II. diente und bedeutenden Besitz in Tirol und in Niederösterreich erwarb.
Paul Sixtus von Falkenstein 1589-1621
Paul Sixtus (*ca.1548), Sohn von Hans Trautson, wuchs am Wiener Hof auf und wurde mächtigster Günstling Ks. Rudolfs II., der die ihn zum Grafen von Falkenstein erhob. Von Ks. Mathias erhielt er 1612 den Orden vom Goldenen Vlies und 1615 das Münzrecht, das er zu ein ertragsreiches Geschäft nutzte.


Taler o. J., Falkenstein.   Ø 41? mm, 27,57 g.   Holzmair S.57/58;; Dav.3426.
Vs.:   +PAVLVS SIXTVS - TRAVTHSON·COMES
Vierfeldiges Wappen mit Herzwappen, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies.
Die 4 Felder des Wappens: Ks.Rudolf II. (gekrönter Doppeladler), Falkenstein (Falke auf Felsen), Sprechenstein in Tirol (Hahn auf Felsen), Schrofenstein in Tirol (Steinbock). Herzwappen: Trautson (Hufeisen).
Rs.:   IN FALKENSTEIN· - AVREI VELLeris EQVES·   "... in Falkenstein, Ritter des Goldenen Vlies"
Nimbierter Doppeladler, oben Kaiserkrone mit Inful, unten Krone.


Reichstaler 1617, Wien.   Ø 41 mm, ca.28,6 g.   Holzmair S.57/58; Dav.3416.
Vs.:   +PAVLVS SIXTVS· - TRAVTHSON·COMES  -  Brustbild r. mit Hut und umgelegter Kette des Ordens vom Goldenen Vlies.
Rs.:   IN·FALKENSTEIN· - AVREI·VELL·EQVES  -  Gekröntes, vierfeldiges Wappen mit Herzwappen, umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies, zu den Seiten die geteilte Jahreszahl 16 - 17,
oben gekrönter Doppeladler.


Taler 1620 Wien.   Ø ca.42 mm, 28,75 g.   Holzmair S.57/58; Dav.3425.
*PAVLVS·SIXTVS·TR - AVTHSON·COMES   //   IN·FALKESTEIN· - AVREI·VELLeris·EQVES

Johann Franz (*1609 †1663) verlor 11-jährig seinen Vater Paul Sixtus und wurde gemeinsam mit dem künftigen Kaiser Ferdinand III. am Wiener Hof großgezogen. Er erhielt 1653 den Vliesorden und hatte bereits 1639 aufgehört zu münzen.

Franz Eusebius
Franz Eusebius (†1728) war Sohn von Johann Franz. Seine Prägetätigkeit zeigt nicht mehr den "geldwirtschaftlichen Charakter" seiner Vorgänger [Holzmair]. Sie erfolgte im beschränkten Umfang wie bei den späteren Neufürsten.

Reichstaler 1715, Wien.   Ø 43 mm, ca.29 g.   Holzmair 95; Dav.1200.
Vs.:   ·FRANC·EUSEB·TRAVTHSON COM·IN FALKHENSTAIN   -   Büste mit Perücke im Mantel.
Rs.:   ·Liber·Baro·IN SPRECHEN:ET - SCHROVENSTEIN·   -   Quadriertes Wappen (1: Reichsadler als Gnadenszeichen, 2: Falkenstein, 3: Sprechenstein, 4: Schroffenstein) mit Stammwapen als Herzwappen, umgeben von 5 Helmen. Seitlich: 17 - 15.
Johann Leopold Donat
Johann Leopold Donat (*1659 †1724) war er jüngerer Bruder von Franz Eusebius, und wurde Erzieher des zukünftigen Kaisers Joseph I. 1698 erhielt er den Orden vom Goldenen Vlies. Als Joseph I. 1705 den Thron bestieg machte er seinen Vertrauten Johann Leopold zum Obersthofmeister und berief ihn in gemeinsam mit Prinz Eugen in die Geheime Konferenz, das wichtigste Regierungsgremium. 1711, wenige Wochen vor seinem frühen Tod, erhob ihn der Kaiser in den Reichsfürstenstand. Bis 1712 ließ er als Zeichen seiner neuen Würde das Palais Trautson errichten. Karl VI. ernannte ihn 1721 erneut zum Obersthofmeister.

Reichstaler 1719, Wien (?).   Ø 41 mm, 28,53 g.   Holzmair 98; Dav.1201.
Vs.:   IOannes LEOPoldus S R I PRINCEPS - TRAVTSON COMes IN FALKENSTEIN
Drapierte Büste mit Vliesorden rechts.
Rs.:   AVRei VELLeris EQVes Sacre Caesareae & CATholicae MAIestatis INTIMus - & CONFERENTiarum CONSILIARius 1719   -   Fünffach behelmtes und gekröntes, quadriertes Wappen mit Herzwappen
und anhängender Vlieskette auf Wappenmantel.

Albrecht von Wallenstein, 1625-1634 Hzg. von Friedland
Geb. 1583, 1627 auch Hzg. von Sagan, 1629 Hzg. von Mecklenburg, 1634 ermordet.
Albrecht erhielt 1628 den Orden vom Goldenen Vlies von Kg. Philipp IV. von Spanien verliehen.
Ks. Ferdinand II. hatte die Verleihung betrieben als Albrecht Stern noch im Aufstieg stand.
Als einer der "frühen Neufürsten" konnte Albrecht von Wallenstein das 1628 erhaltene Münzrecht in eigenen Münzstätten gewinnorientiert ausüben.

Als Herzog von Friedland und Sagan (1628-29)


Taler 1728, Jitschin in Friedland.   Ø mm, 28.98 g.   Meyer119; Dav.3443.
Vs.:   *ALBERTVS·D.G.DVX· (Mmz. Sonne) FRIDLAN·ET·SAGAN:
Büste nach rechts, mit Stehkragen, Drapierung an r. Schulter (Löwenkopf) befestigt. Unten Jz. 1728.
Rs.:   ·SACRI·ROMANI·IMPERII·PRINCEPS·
Fürstenhut über Wappenadler des Herzogtums Friedland in doppelter Einrahmung. Auf der Brust das quadrierte Wallenstein'sche Schild. Winziger Reichsapfel über Fürstenhut.
Das Familienwappen der Herren von Waldstein bestand aus einem Löwen. Um 1500 wurde es quadriert zu vier Löwen. Zur Belehnung mit der Herrschaft Friedland erhielt Albrecht von Wallenstein 1622 einen gekrönten Adler als Wappen von Friedland, auf das er dann sein Familienwappen aufsetzte.

Noch im Jahr 1628 wurde Albrecht von Wallenstein in den Rotterorden vom Goldenen Vlies aufgenommen.

Als Herzog von Friedland, Sagan und Mecklenburg (1629-33)


10 Dukaten 1631 (Jz. aus 1630 geändert), Jitschin.   Ø 37 mm, 34,59 g.   Friedb.142.
Vs.:   ALBERT·D·G·DVX·MEGApolitanus - FRIDlandiae·ET·SAGani·PRinceps·VANdalorum·
Geharnischtes Brustbild fast v. v. mit umgelegtem Mantel, darüber Stempelschneiderzeichen Rosette zwischen Ranken (Konrad Freibösen, Stempelschneider in Jitschin 1630-1633), unten in der Umschrift das Münzmeisterzeichen Löwe l. in Perlkreis (Sebastian Steinmüller, Münzmeister in Jitschin 1630-1634)
Rs.:   COMes:SVErini·DOminus:ROStochii: - ET·STARGARdiae:1631
Mit Fürstenhut bedecktes, mehrfeldiges Wappen (Mecklenburg / Friedland / Sagan und Flinsberg / Wenden / Familienwappen von Wallenstein / Schwerin / Rostock / Stargard), umher die Kette des Ordens vom Goldenen Vlies mit weit ausladende Funken, das Vlies reicht in die Umschrift.
Der Titel geht über beide Seiten der Münze und lautet: "von Gottes Gnaden Herzog von Mecklenburg,
Friedland und Sagan, Fürst der Vandalen, Graf von Schwerin, Herr von Rostock und Stargard"
Das Wappen ab 1629 erweitert auf 8 Felder in drei Reihen:
1. Mecklenburg (Büffelkopf mit Nasenring), 2. Friedland (gekrönter Adler), 3. Sagan (Engel mit gestemten Armen) / Flinsberg (schreitender Löwe), 4. Wenden (Büffelkopf nach rechts), 5. Stammwappen (4 Löwen), 6. Schwerin (geteilt), 7. Rostock (Greif), 8. Stargard (Arm aus Wolke hält einen Ring mit Diamant).

Lit.:
Mayer, A.: Albrecht von Wallenstein (Waldstein) Herzog von Friedland und seine Münzen,
NZ 17 (1885) 417-522, Reprint 1977 und im Netz.

ENDE

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zurück zum Anfangsteil 1b :   von Philipp II. bis einschl. Spanische/Österreichische Ordenszweig
oder zurück zu Teil 2a :   Ordenszeichen auf Münzen von Baden, Bayern, Braunschweig & Lün.,
Pfalz, Pfalz-Neuburg, Pfalz-Bayern und Fürstenberg
oder zurück zu Teil 2b :   Ordenszeichen auf Münzen von Polen, Sachsen, Rietberg, Württemberg
(Südeuropa fehlt vorerst)

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